Sieg im Endspurt
Champions League: Bayern schlagen Real

Die Bayern aus München machten es spannend: Im ChampionsLeague-Viertelfinale schlugen sie die "Königlichen" von Real Madrid erst in der Schlussphase.

HB/ dpa - MÜNCHEN. Mit einem kaum noch für möglich gehaltenen Endspurt hat Titelverteidiger Bayern München gegen Real Madrid die Chance auf den neuerlichen Einzug ins Halbfinale der Champions League gewahrt. Kapitän Stefan Effenberg (82.) und Claudio Pizarro (88.) drehten mit ihren Toren in einer atemberaubenden Schlussphase das Viertelfinal-Hinspiel gegen die "Königlichen", in dem Real nach der frühen Führung von Gerimi (11.) 80 Minuten lang wie der sichere Sieger aussah. Der spanische Rekordmeister erlitt vor 60 000 Zuschauern die siebte Niederlage im siebten Spiel im Olympiastadion. Effenberg hatte in der 71. Minute noch einen Foulelfmeter vergeben. Das Rückspiel findet am 10. April im Bernabeu-Stadion statt.

Die Madrilenen hatten mit ihrer Aufstellung zunächst größten Respekt vor den Bayern demonstriert. Die beste Offensiv-Mannschaft der Champions League schickte ein eher defensiv orientiertes Team auf den Rasen des Olympiastadions. Real-Trainer Vicente del Bosque, der ohne den verletzten Luis Figo auskommen musste, verzichtete aus freien Stücken auch auf Mittelstürmer Fernando Morientes. Raùl agierte als einzige Spitze vor dem französischen Weltmeister Zinedine Zidane, der trotz einer Knöchelblessur im Mittelfeld die Fäden zog.

Nur kein Tor kassieren, hieß die Maxime der beiden Mannschaften. Doch schon nach elf Minuten war es vorbei mit dem taktischen Geplänkel. Real Madrid ging durch ein Tor von Geremi mit 1:0 in Führung. Ein Aufsetzerball aus 20 Metern in halbrechter Position sprang dem in dieser Szene schlecht aussehenden Torhüter Oliver Kahn über die Hände ins Tor. Der Kameruner hatte freie Schussbahn, weil er Paulo Sergio mit einer einfachen Körpertäuschung stehen ließ. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete diese Aktion abfällig als "Kindergarten-Trick".

Das Tor versetzte den Gastgebern einen Schock, von dem sie sich in der Folgezeit nicht mehr erholten. Vor allem Santiago Solari und Roberto Carlos beschworen im Zusammenspiel mit Zidane über die linke Seite ein ums andere Mal Gefahr herauf. Willy Sagnol, trotz Meniskusproblemen ins Team zurückgekehrt, war gegen die mit technischen Kabinettstückchen glänzenden Ballkünstler schlichtweg überfordert.

Hasan Salihamidzic wurde schmerzlich vermisst. Der Bosnier saß wegen einer Muskelverhärtung zunächst auf der Bank, Mehmet Scholl fehlte dem ideenlos und ohne jeden Spielwitz agierenden Titelverteidiger an allen Ecken und Enden. Die erste Torchance bot sich Giovane Elber nach 39 Minuten, doch seinen Schuss aus der Drehung parierte Real- Keeper Cesar.

Uli Hoeneß hatte bereits zur Halbzeit die Ursache des Übels ausgemacht: "Wenn man gegen so eine Klasse-Mannschaft ein frühes Tor kriegt, spielt man wie gegen eine Wand", sagte der Bayern-Manager. Der Unterschied zwischen den beiden Teams wurde insbesondere an den zentralen Figuren des Spiels deutlich. Stefan Effenberg rackerte und grätschte, wurde jedoch nicht annähernd dem Anspruch eines Spielgestalters gerecht - Zidane indes zelebrierte mit perfekter Ballbehandlung seine Rolle als Dreh- und Angelpunkt im Spiel der "Königlichen".

Da passte es ins Bild, dass der Bayern-Kapitän schließlich auch noch die beste Chance auf eine bessere Ausgangsbasis für das Rückspiel kläglich vergab. Einen am eingewechselten Salihamidzic verwirkten, aber recht schmeichelhaften Foul-Elfemter schoss Effenberg derartig schwach, dass Cesar den Ball parieren konnte. Doch das rief eine Trotzreaktion hervor. Effenberg versenkte zunächst den Ball zum 1:1 in den Maschen (82.), ehe Pizarro zwei Minuten vor Schluss für das umjubelte Siegtor sorgte.

Im zweiten Viertelfinal-Spiel des Abends unterlag La Coruna den Gästen Manchester United mit 0:2.

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