Sieg im Spiel gegen Iran
DFB-Elf bleibt unter Klinsmann unbesiegt

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im dritten Spiel unter der Regie von Bundestrainer Jürgen Klinsmann den zweiten Sieg eingefahren. Gegen den Iran war allerdings einiger Sand im Getriebe.

HB BERLIN. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das Benefizländerspiel für die Erdbeben-Opfer von Bam in Teheran gegen den Irak mit 2:0 (1:0) gewonnen. Damit feierte Bundestrainer Jürgen Klinsmann im dritten Spiel unter seiner Führung den zweiten Sieg. War die Führung zur Halbzeit noch glücklich, verdiente sich die DFB-Elf den Erfolg durch eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. Das attraktive Offensivspiel aus dem Brasilienländerspiel war im Iran allerdings nicht zu sehen. Die Tore für Deutschland erzielten vor 110.000 Zuschauer im Azadi-Stadion von Teheran Fabian Ernst (5.) und Thomas Brdaric (53.).

Bundestrainer Klinsmann sprach nach dem Spiel von «einem ungeheuren Erfahrungswert», den man gewonnen habe. In der ersten Hälfte habe sein Team nicht den Rhythmus gefunden. «Wir haben nicht die Kombinationen vom Brasilien-spiel gezeigt», kritisierte der Schwabe. Insgesamt sprach er seinem jungen Team aber «Respekt» aus, «das 2:0 vor dieser Kulisse über die Zeit gebracht zu haben».

Mannschafts-Kapitän Michael Ballack lobte ebenfalls die «junge Mannschaft, die sich sehr gut geschlagen hat». Es sei ein «schweres Spiel vor der dieser Kulisse» gewesen. Premieren-Torschütze Brdaric sagte: «Wir haben immer dagegen gehalten und den Abschluss gesucht. Iran hat sich viele Chancenerspielt, aber wir haben die Tore gemacht, und nur das zählt. Wir sind eine gute Gemeinschaft und haben Supertypen in der Mannschaft.»

Gegenüber dem Brasilien-Länderspiel nahm Bundestrainer Jürgen Klinsmann mehrere Veränderungen vor. Für Oliver Kahn, der eine Pause erhielt und die Reise nach Teheran nicht angetreten hatte, stand Jens Lehmann von Arsenal London im Tor.

In die Innenverteidigung rückte der nachnominierte Dortmunder Christian Wörns für den verletzten Bremer Frank Fahrenhorst. Der Münchner Andreas Görlitz spielte in der Vierer-Abwehrkette für den Stuttgarter Andreas Hinkel auf der rechten Seite.

Die Zentralposition im defensiven Mittelfeld nahm der Bremer Ernst für den angeschlagenen Torsten Frings von Bayern München ein. Für den ebenfalls verletzten Stuttgarter Kevin Kuranyi, der die letzten vier DFB-Treffer erzielt hat, stürmte Miroslav Klose von Werder Bremen zusammen mit Thomas Brdaric von Tabellenführer VfL Wolfsburg.

Auf Seiten der Iraner spielten die Bundesliga-Profis Vahid Hashemian von Bayern München und Mehdi Mahdavikia vom Hamburger SV.

Die ersten Spielminuten gehörten dem Iran. Die 110.000 fanatischen Zuschauer peitschten ihr Team nach vorn. Doch bereits nach fünf Minuten nahm die deutsche Führung den Gastgebern den Wind aus den Segeln. Der Bremer Ernst nutzte die erste Chance des Spiels zum 1:0 (5.). Er setzte einen Fernschuss aus 18 Metern ins kurze Eck.

Der Iran antwortete allerdings mit einer guten Einschussgelegenheit durch Rezaie (11.). Sein Schuss strich knapp am Pfosten von Lehmann vorbei. Wie der Iraner scheiterte auch Bernd Schneider aus der Distanz. Der Leverkusener drehte den Ball in der 13. Minute am rechten Winkel vorbei.

Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein lebendiger Schlagabtausch, doch ernsthafte Torgefahr entwickelte sich vor beiden Toren nicht. Die deutsche Abwehr mit Huth und Wörns im Zentrum hielt den Angriffen des Gegners stand. In der 22. Minute hätte Klose allerdings einen 2:0-Vorsprung für die deutschen Gäste herausschießen können. Nach feiner Vorarbeit von Sebastian Deisler scheiterte der ehemalige Lauterer aus kurzer Distanz an Mirzapour.

Der Gastgeber ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und nahm mit zunehmender Spieldauer das deutsche Tor immer häufiger ins Visir. So rettet Keeper Lehmann gegen Hashemians Kopfball (35.) und Karimis Schuss (40.) prächtig. Dem Schlussmann von Arsenal London war es zu verdanken, dass das Klinsmann-Team mit einer glückliche 1:0-Führung in die Halbzeit ging. Der vom Bundestrainer geforderte Tempofußball blieb im ersten Spielabschnitt bereits in den Ansätzen stecken.

Wesentlich zielstrebiger präsentierte sich die Klinsmann-Elf zu Beginn der zweiten Halbzeit. Klose brach über rechts durch und flankte auf Brdaric, der gegen Irans Torsteher Mirzabour einen Schritt zu spät kam. In der 53. Minute stand der Stürmer aus Wolfsburg indes genau richtig. Die präzise Rechtsflanke von Verteidiger Görlitz köpfte Brdaric wuchtig zum 2:0 ins Tor und erzielte gleichzeitig seinen ersten Treffer im Dress der Nationalmannschaft.

Das Tor brachte der deutschen Mannschaft mehr Sicherheit für ihre Aktionen. Die DFB-Elf hielt die zuvor sehr lauf- und kampfstarken Iraner immer besser unter Kontrolle, ohne allerdings in der Offensive großartig Akzente zu setzen.

Für zwei deutsche Akteure wird der Abend in Teheran jedoch unvergesslich bleiben. Thomas Hitzlsperger und Per Mertesacker feierten ihr Debüt in der Nationalmannschaft. Hitzlsperger von Aston Villa kam in der 68. Minute für Schneider ins Spiel. Der Hannoveraner Mertesacker ersetzte den Dortmunder Wörns (81.). Somit kamen unter der Regie des neuen Bundestrainers Klinsmann mit Hitzlsperger und Mertesacker fünf Spieler (Frank Fahrenhorst, Robert Huth, Andreas Görlitz) zu ihrem ersten Einsatz im DFB-Dress.

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