Sieg Musevenis zeichnet sich ab
Opposition will Wahl in Uganda nicht anerkennen

Die Opposition in Uganda macht massiven Betrug bei der jüngsten Präsidentenwahl geltend und will die Abstimmung deswegen nicht anerkennen. Nach Auszählung der Stimmen aus rund der Hälfte der Wahlbezirke zeichnete sich am Dienstag ein klarer Sieg von Staatschef Yoweri Museveni ab.

ap KAMPALA. Demnach kam Museveni auf mehr als 60 %, wie Informationsminister Basoga Nsadhu bekannt gab. Auch die unabhängige Zeitung "Monitor" berichtete, die Wähler hätten am Montag zu rund 62 % für den Präsidenten gestimmt.

Nsadhu sicherte eine Untersuchung von Manipulationsvorwürfen zu. Eine Sprecherin von Oppositionskandidat Kizza Besigye erklärte, es lägen Berichte vor, dass zwölf Mill. Stimmen ausgezählt worden seien, obwohl lediglich 10,6 Mill. Wahlberechtigte registriert gewesen seien. Trotzdem hätten Beobachter Besigyes fünf Stunden lang die Zentrale der Wahlkommission nicht betreten dürfen. Dies sei ein Beweis für massiven Wahlbetrug, erklärte Sprecherin Anne Bushiga.

Umfragen vor der Wahl am Sonntag hatten einen knapperen Ausgang erwarten lassen. Nach den ersten Ergebnissen vom Dienstag kam der größte Herausforderer Musevenis, sein einstiger Verbündeter Besigye, jedoch lediglich auf 35 % der Stimmen. Die anderen vier Kandidaten teilten sich laut "Monitor" die restlichen drei Prozent. Das Endergebnis muss laut Gesetz bis Mittwochnachmittag vorliegen.

Bereits während der Wahl am Montag waren erste Betrugsvorwürfe erhoben worden. Dutzende Wahlberechtigte im Südwesten des ostafrikanischen Landes, von wo auch Besigye stammt, warfen Anhängern Musevenis Manipulationen vor. Behördenmitarbeiter hätten sie aus den Wählerregistern gestrichen, erklärten sie. Stattdessen seien Wahlzettel für Museveni ausgefüllt worden.

Museveni hatte 1986 nach fast sechsjährigem Guerillakrieg die Macht in Uganda übernommen. 1996 wurde der heute 56-Jährige unter einer neuen Verfassung zum Präsidenten gewählt. Unter Musevenis Herrschaft wuchs die Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren um rund sechs Prozent.



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