Siege im Doppelpack
Traum-Comeback für Anni Friesinger

Anni Friesinger hat mit dem goldenen "Doppelpack" von Baselga di Pine ein Traum-Comeback in der Eisschnelllauf-Weltelite gefeiert und gilt nun wieder als heiße Titelaspirantin für die Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Berlin.

HB/dpa BASELGA DI PINE/BERLIN. Auf der windanfälligen Freiluftbahn im italienischen Baselga di Pine zeigte sich die 26-jährige Inzellerin eine Woche nach ihrer Absage der Allround-WM am Sonntag auch über 3000 m der Konkurrenz klar überlegen, nachdem sie tags zuvor über 1500 m ihren ersten Weltcupsieg der Saison gefeiert hatte.

Claudia Pechstein wirkte hingegen etwas ausgezehrt von den WM- Rennen in Göteborg und musste am Sonntag nach Platz fünf über 1500 m auf ihrer Spezialstrecke mit Rang zwei in 4:14,77 Minuten zufrieden sein. Das mit Spannung erwartete gemeinsame Auftreten beider Rivalinnen bei der Weltcup-Premiere der Teamverfolgung fiel ins Wasser, da beide mit Verspätung ihren Verzicht bekannt gaben.

"Ich wollte unbedingt auf das Podium. Aber, dass es so gut läuft, hätte ich nie gedacht", sagte Anni Friesinger nach ihrem insgesamt 17. Weltcuperfolg, mit dem sie in dieser Bilanz wieder an Pechstein vorbei zog. Mit einem Riesen-Vorsprung von 1,35 Sekunden hatte sie tags zuvor auf ihrer Schokoladenstrecke über 1500 m in 2:01,35 Minuten ihre Gold-Ambitionen für die WM-Entscheidung in Berlin unterstrichen. Auch am Sonntag trotzte sie als Überraschungssiegerin über 3000 m der Angst, die sie zuvor nach dem schweren Sturz bei den EM 2001 auf dieser Bahn beschlichen hatte. "Natürlich hatte ich noch schlechte Erinnerungen", gestand sie. Damals hatte sie ein schweres Schädeltrauma in Baselga davongetragen.

Claudia Pechstein, die ohne ihren erkrankten Trainer Joachim Franke zurecht kommen musste, behauptete nach zuvor zwei Siegen und einem zweiten Platz die Weltcup-Führung auf den Langstrecken. Mit 400 Punkten beträgt ihr Vorsprung vor der zweitplatzierten Kanadierin Clara Hughes vor dem Schlussrennen in Heerenveen beruhigende 60 Zähler. Damit ist ihr der mit 14 000 Dollar dotierte Cup, den die Berlinerin noch nie gewann, kaum noch zu nehmen.

Überrascht zeigte sich Cheftrainer Helmut Kraus von der späten Absage beider Stars für die erstmals ausgetragene Team-Verfolgung. "Die Gründe sind erklärbar, aber nicht der späte Zeitpunkt des Rückzuges", sagte der Münchner. Somit konnte kein reines deutsches Damen-Team an den Start gehen, da Ummeldungen nach Meldeschluss nicht mehr möglich waren. "Anni fehlen nach dem Infekt noch ein paar Kilo, wir wollten nichts überstürzen", begründete Friesinger-Trainer Markus Eicher den Verzicht. Pechstein klagte nach der WM über fehlende Lockerheit.

Trotz der Niederlage gegen Friesinger ist Allround-Weltmeisterin Cindy Klassen der gleichfalls erste Weltcup-Gesamtsieg auf der 1500- m-Distanz beim Finale in zwei Wochen nicht mehr zu nehmen. Die Kanadierin hatte die ersten drei Rennen für sich entschieden.

Zu seinem ersten Saisonerfolg kam Doppel-Olympiasieger Jochem Uytdehaage über 5000 m. Der Niederländer krönte in 6:39,93 Minuten den Dreifacherfolg der Oranjes. Im Gesamtklassement führt weiter der in Baselga drittplatzierte Carl Verheijen. Frank Dittrich aus Chemnitz wurde als bester Deutscher nur Neunter. Über 1500 m übernahm der Russe Jewgeni Lalenkow nach seinem Erfolg in 1:51,17 erstmals die Weltcup-Führung. Jan Friesinger (Inzell) kam über Rang 15 nicht hinaus.

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