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Siemens-Chef Pierer übergibt bestelltes Haus

München (dpa) - Siemens-Chef Heinrich von Pierer kann seinem frisch ernannten Nachfolger Klaus Kleinfeld Anfang 2005 nach eigener Einschätzung ein gut bestelltes Haus übergeben. 

München (dpa) - Siemens-Chef Heinrich von Pierer kann seinem frisch ernannten Nachfolger Klaus Kleinfeld Anfang 2005 nach eigener Einschätzung ein gut bestelltes Haus übergeben.

«Wir sehen das Unternehmen insgesamt auf einem guten Weg», zog Pierer am Donnerstag eine vorläufige Bilanz seiner zwölfjährigen Amtszeit. Aus dem schwerfälligen Industrietanker Siemens seien viele Schnellboote geworden. Zudem habe sich die Qualität der Führungsmannschaft im Konzern verbessert. Mit den Zahlen für das abgelaufene Quartal zeigte Pierer zudem, dass es operativ aufwärts geht bei Deutschlands größtem Elektrokonzern. Dennoch gibt es noch einige Baustellen, auf denen Kleinfeld für Ordnung sorgen muss.

Der Siemens-Aufsichtsrat hatte am Mittwochabend Kleinfeld offiziell zum Nachfolger Pierers bestellt. Vom 1. August an wird der 46-Jährige zunächst Konzervize. Alles auf den Kopf stellen soll der Neue aber nicht. «So wie wir Herrn Kleinfeld kennen, gehe ich von einer großen Kontinuität aus», gab der scheidende Aufsichtsrats- Vorsitzende Karl-Hermann Baumann in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» schon einmal die Richtung vor. Pierer versuchte aber die Befürchtung zu zerstreuen, er könne in seiner Rolle als Aufsichtsrats-Vorsitzender dem Nachfolger das Leben schwer machen. «Ganz wichtig ist, dass der Wandel im Unternehmen weitergeht.» Der geplante Wechsel Pierers an die Spitze des Aufsichtsrats war von Aktionärsschützern kritisiert worden. Dem Nachfolger werde es erschwert, möglicherweise falsche Entscheidungen seines Vorgängers zu korrigieren.

Im dritten Quartal konnte Siemens den operativen Gewinn der Bereiche um mehr als ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Euro steigern. Eines der Hauptprobleme, nämlich die fehlkonstruierten «Combino»- Züge, scheint Siemens rechtzeitig vor dem Wechsel an der Spitze langsam in den Griff zu bekommen. Die Rückstellungen wurden im abgelaufenen Quartal nur noch um 26 Millionen auf jetzt über 300 Millionen Euro aufgestockt. Man müsse bei diesem Thema aber wachsam bleiben, bis die Gesamtlösung auf dem Tisch liege, warnte Siemens - Experte Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck. Auch in anderen Bereichen wie der Handysparte und der Gebäudetechnik warte noch viel Arbeit auf Kleinfeld.

Mit Spannung erwarten Branchenexperten, ob es bei den Siemens - Bereichen noch weitere Umstrukturierungen im großen Stil geben wird. Unter Kleinfelds Verantwortung wurde bereits die Zusammenlegung der Mobilfunksparte ICM mit dem Festnetzbereich ICN zum 1. Oktober vereinbart. «Die anderen Bereiche sind aus heutiger Sicht ideal aufgestellt», betonte Pierer schon einmal. Allerdings solle das Konzept des zuletzt wieder defizitären IT-Dienstleisters SBS noch einmal überarbeitet werden. In den vergangenen Monaten war immer wieder über einschneidende Veränderungen bei SBS spekuliert worden.

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