Siemens-Chef spricht von Finanzierungsproblemen bei Apax
MPM-Verkauf von Siemens an Apax gescheitert

Der Verkauf des deutschen Spritzgussmaschinenherstellers Mannesmann Plastics Machinery AG (MPM) an den britischen Finanzinvestor Apax ist nach Angaben beider Verhandlungsparteien gescheitert. "Offensichtlich hatte Apax Probleme, das Projekt zu finanzieren", sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview mit der Pariser Tageszeitung "La Tribune" (Dienstagausgabe). Daraufhin bestätigte Apax in der Nacht zum Dienstag das Ende der Gespräche.

Reuters MÜNCHEN/PARIS. Nach den kürzlich gesenkten Gewinnerwartungen von MPM seien die Verhandlungen "in beiderseitigem Einverständnis" beendet worden, teilte Apax mit. Für den weltgrößten Spritzgussmaschinenbauer war in Kreisen ein offiziell nie bestätigter Übernahmepreis von 800 Mill. ? genannt worden.

Apax bestätigte vorige Informationen aus Kreisen, die von einem nachträglichen Zurückschrecken des Finanzinvestors berichtet hatten, nachdem Banken angesichts verschlechterter Umsatz- und Gewinnerwartungen bei MPM ihre Kreditzusagen nicht eingehalten hätten. "MPM's Gewinnprognosen haben sich drastisch reduziert, seit die Verträge vor drei Monaten ausgetauscht wurden. Deshalb kann den vorhergehenden Bedingungen für Bankkredite von Newco - einem neuen Unternehmen, dass zum Kauf des Geschäftes gegründet wurde - nicht entsprochen werden", teilte Apax mit.

Aus Kreisen war zuvor verlautet, dass der Umsatz von MPM seit Juli um 25 % eingebrochen sein soll. Siemens-Chef von Pierer hatte noch betont, es hätte nicht am Preis gelegen. Siemens sei bei der Suche nach einem neuen Käufer nicht in Eile, sagte der Vorstandschef weiter.

Nachdem am Freitag in Finanzkreisen das Scheitern der bereits als perfekt gemeldeten Übernahme bekannt geworden war, hatte die Düsseldorfer MAN-Tochter SMS erneut ihr Interesse an MPM angemeldet. "Wir werden MPM nicht unter einem für uns akzeptablen Preis verkaufen", sagte von Pierer weiter. "Für den Moment können wir MPM in jedem Fall im Unternehmen halten."

Dennoch hatte SMS-Vorstand Helmut Eschwey das Interesse an MPM bekundet. "Wir wissen, dass diese Branche zyklisch ist", sagte er Reuters. Das Unternehmen, ursprünglich ein Teil des Münchener Traditionskonzerns Krauss-Maffei, war von Siemens zusammen mit anderen Teilen der Maschinenbausparte Atecs von Vodafone übernommen worden. Mit 7 000 Mitarbeitern hatte MPM im vergangenen 1,4 Mrd. ? umgesetzt. Zu MPM gehört auch die Schweizer Netstal, die Apax abtrennen und an den Industriellen Christoph Blocher verkaufen wollte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%