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Siemens erwartet 2005 keine Erholung der Telekommärkte

Der Siemens-Konzern rechnet nach langer Flaute auch für das laufende und das kommende Jahr nicht mit einer Erholung der Telekommärkte. "Wir beobachten weiter eine Zurückhaltung unserer Kunden bei den Investitionen", sagte Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Wie auch 2004 sieht Siemens 2005 im Infrastruktur-Geschäft einen flachen Markt. Die Probleme bei der 65er-Handy-Reihe sieht Ganswindt als gelöst an.

dpa-afx BONN. Der Siemens-Konzern rechnet nach langer Flaute auch für das laufende und das kommende Jahr nicht mit einer Erholung der Telekommärkte. "Wir beobachten weiter eine Zurückhaltung unserer Kunden bei den Investitionen", sagte Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Wie auch 2004 sieht Siemens 2005 im Infrastruktur-Geschäft einen flachen Markt. Die Probleme bei der 65er-Handy-Reihe sieht Ganswindt als gelöst an.

"Wir glauben, dass das nächste Jahr noch schwierig sein wird." Während der Bereich mobile Infrastruktur von dem Aufbau der Umts-Netze profitieren werde, sei die Situation im Festnetzgeschäft "weiter angespannt", sagte Ganswindt, der mit dem Start des neuen Geschäftsjahres im Oktober das Vorstandsressort Siemens Information and Communications (I & C) verantworten wird. Bislang leitet der Manager den Netzwerk-Bereich ICN, der mit der Mobilfunk-Sparte ICM fusioniert wird.

Nokia Optimistischer

Siemens zeigte sich damit pessimistischer als Nokia. Der finnische Wettbewerber rechnet für das laufende Jahr mit einer leichten Umsatzsteigerung in seiner Netzwerk-Sparte. Für den Geschäftsbereich I & C, der die Felder Infrastruktur, Enterprise (Geschäftskunden) und Devises (Mobiltelefone) umfasst, zeigte sich Ganswindt optimistischer. "In der Summe werden wir dort ein Wachstum sehen", sagte er ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Durch die Pannen der 65er-Handy-Reihe erwartet Siemens eine Beeinträchtigung seiner Handy-Sparte. Laut Ganswindt hat der zwischenzeitliche Verkaufsstopp den "ursprünglichen Plan verändert". Analysten befürchten, dass die Mobilfunksparte ICM durch den Verkaufsstopp die angepeilte Gewinnzone im vierten Quartal verfehlen könnte. Die Probleme bei den 65er-Modellen sieht Siemens als gelöst an. "Ich glaube, das Thema ist mit dem Update erledigt", sagte Ganswindt. Siemens hatte seine neue Handy-Generation wegen Softwarefehlern kurzzeitig aus dem Handel genommen. Das zu laute Abspielen der Abschaltmelodie hätte zu Hörschäden führen können.

Überprüfung DER Margen-Ziele

Nach der Zusammenlegung der Festnetz- und Mobilfunksparte will das Münchener Unternehmen neue Rentabilitätsziele festlegen. "Wir werden nun die Ziele für Siemens Communications neu definieren", sagte Ganswindt. Dabei werde sich Siemens an den alten Vorgaben von acht bis elf Prozent Ebit-Marge (Gewinn vor Steuern und Zinsen) orientieren. "Für den Moment gelten die alten Ziele weiter." Die angepeilte Ebit-Marge von acht bis elf Prozent wurde in der Boomzeit der Technologiebranche formuliert und wird daher von einigen Analysten als zu ambitioniert bewertet. Ganswindt schloss weder eine Absenkung noch eine Erhöhung der Vorgaben aus.

An der Frankfurter Börse verbuchte die Siemens-Aktie einen Kursrückgang von 1,40 % auf 59,95 ?-Händler begründeten das Minus mit dem pessimistischen Ausblick von Ganswindt./m

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