Siemens im Mittelpunkt
Kaufstimmung am Aktienmarkt

Die Deutschen Aktienmärkte haben am Mittwoch fester tendiert, was Händler auf teilweise über den Erwartungen liegende Quartalszahlen von Großunternehmen und liquiditätsgetriebene Käufe zurückführten. "Wir haben einige Unternehmenszahlen, die durchaus positiv aufgenommen werden", sagte ein Händler mit Blick auf Siemens und die Lufthansa.

Reuters FRANKFURT. Außerdem steige der Markt weiter liquiditätsgetrieben. "Ich glaube, viele Leute kaufen in den steigenden Markt, darunter vermutlich auch viele Fonds", sagte ein anderer Börsianer. Allerdings käme es in einzelnen Werten immer wieder zu Gewinnmitnahmen. Im Mittelpunkt des Interesses standen auch die Titel der Allianz.

Auf den Konflikt in Afghanistan und die Regierungskrise in Berlin reagiere der Markt weitgehend neutral, sagte ein Händler. Die Abstimmung interessiere den Markt vor Freitag nicht, hieß es mit Blick auf die bevorstehende Vertrauensfrage des deutschen Kanzlers am Freitag. "Afghanistan verarbeiten wir indirekt über die US-Börsen."

Der Dax notierte am frühen Nachmittag mit 4 997 Punkten 1,03 % über seinem Vortagesschluss. Im Tagesverlauf hatte der Index bereits 5 047 Punkte erreicht und damit die Marke von 5 000 Punkten erneut durchbrochen. Am Neuen Markt legte der Nemax50 4,44 % auf 1 206 Zähler zu. Der MDax für mittelgroße Werte tendierte nahezu unverändert. Bereits am Vortag hatte der Dax 2,63 % und der Nemax50 4,9 % hinzugewonnen.

Siemens im Mittelpunkt

In den USA deuteten die maßgeblichen Futures Händlern zufolge eine gut behauptete bis feste Eröffnung der Märkte an. Der Dow-Jones-Future der amerikanischen Standardwerte stieg um 18 Punkte. Der Nasdaq-Future der Technologiebörse erhöhte sich um 24 Punkte.

Im Blickpunkt standen die Papiere von Siemens , die sich um mehr als 6 % auf 61,54 Euro verteuerten. Siemens hat im letzten Quartal 2000/2001 (zum 30. September) einschließlich der Verluste der Tochter Infineon und negativer Sondereffekte einen Konzernverlust von 1,098 Mrd. Euro erzielt. Händler sagten, der Restrukturierungsaufwand sei deutlich geringer als erwartet ausgefallen. Außerdem habe die Aktie nach dem Durchbruch durch die Marke von 60 Euro aus technischer Sicht nun Potenzial bis zu 68 Euro.

Auch die Titel der Siemens-Tochter Infineon stiegen weiter um fast 5 % auf 23,17 Euro. Am Vortag hatte Infineon erklärt, mit einer baldigen Konsolidierung des Marktes für Spreicherchips zu rechnen. "Infineon wird die Krise überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen", sagte ein Händler. Zeitweise hatte das Papier bereits mehr als 10 % zugelegt. Dann sei es allerdings zu deutlichen Gewinnmitnahmen gekommen.

T-Aktie mit Auftrieb

Nach der Vorlage von Quartalszahlen baute die Lufthansa ihre Kursgewinne aus und stieg um rund 6 % auf 14,05 Euro. Die Lufthansa hat in den ersten neun Monaten wie erwartet einen deutlichen Rückgang des Ergebnisses verbucht, die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Es fehle allerdings ein konkreter Ausblick in die Zukunft, sagte Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Die Anleger interessiere jedoch besonders, wann die Lufthansa eine Trendwende der Branche sehe.

Die Deutsche Telekom legte mehr als 5 % auf 19,99 Euro zu und stieg damit zeitweise auf den höchsten Stand seit Mitte August. Das Unternehmen erhält nach eigenen Angaben für geleistete Vorauszahlungen eine Steuerrückerstattung in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Zudem würden geplante Vorauszahlungen im laufenden Jahr von weiteren rund 200 Millionen Euro nicht fällig.

Versicherer auf der Verliererseite

Auf der Seite der Kursverlierer standen hingegen die Versicherungsunternehmen Allianz und Münchener Rück. Die Allianz -Aktie büßte mehr als 2 % auf 271,40 Euro ein. Der Konzern muss aus den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center (WTC) größere Schäden verkraften als erwartet, hält aber an ihrer Prognose für das Jahr 2001 fest. Demnach sei mit einem Jahresüberschuss von 1,7 Milliarden Euro zu rechnen. Mit den Ergebnis für die ersten neun Monate übertraf die Allianz die Analystenerwartungen. Der höhere WTC-Schaden belaste die Aktie, sagte ein Händler. Die Aktie der Münchener Rück verlor knapp 3 % auf 305,95 Euro.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer büßte knapp 2 % auf 34,24 Euro ein. Bayer hat im dritten Quartal einen Ergebniseinbruch erlitten und die Analystenerwartungen deutlich verfehlt. "Das Ergebnis ist eine Enttäuschung", sagte Tony Cox von Dresdner Kleinwort Benson. Auch der Ausblick habe nicht positiv überrascht, sagte ein Händler.

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