Siemens im Visier: General Electric startet Deutschland-Offensive

Siemens im Visier
General Electric startet Deutschland-Offensive

Der US-Konzern General Electric will im Rahmen seiner Deutschland-Offensive den Umsatz hier zu Lande in den kommenden drei Jahren verdoppeln. "Deutschland ist für uns einer der Kernmärkte", sagte GE-Deutschland-Chef Thomas Limberger der Deutschen Presse-Agentur in München.

HB/dpa MÜNCHEN. In der Vergangenheit seien die Geschäfte stark von den USA aus gesteuert gewesen. Nun sei die Organisation komplett neu aufgestellt. Mit organischem Wachstum und Zukäufen werde ein aggressiver Wachstumskurs eingeschlagen werden. In der Medizintechnik, einem der Schwerpunkte von GE, will der Konzern dabei dem Siemens-Konzern die Marktführerschaft abjagen.

Im vergangenen Jahr hielt GE den Umsatz in Deutschland beispielsweise mit Finanzdienstleistungen, dem Verkauf von Flugzeugmotoren und Kraftwerken bei 4,2 Milliarden Dollar (inklusive des Rückversicherers GE Frankona Re und der GE CompuNet) stabil. "Wir haben sicher von unserer breiten Aufstellung profitiert", so Limberger. Weltchef Jeff Immelt habe für dieses Jahr 3 bis 13 Prozent Wachstum angekündigt. Für Deutschland gelte natürlich das Gleiche. "Auch mit Hilfe von Zukäufen wollen wir den Umsatz in den nächsten drei Jahren verdoppeln." Es sei eine gute Zeit für Akquisitionen. Für amerikanische Investoren gebe es jetzt einmalige Gelegenheiten.

GE galt in Deutschland bisher als schlafender Riese. In der Medizintechnik ist der Konzern auf bildgebende Diagnostik spezialisiert und will vom Trend zu mehr Vorsorge profitieren. In Deutschland ist noch Siemens auf diesem Gebiet die Nummer 1. Dies will Verfolger GE rasch ändern. "Wir sehen den Wettbewerb mit Siemens sportlich." Der deutsche Medizintechnik-Umsatz sei 2002 signifikant gestiegen. GE Deutschland will auch von einem neuen Forschungszentrum in Garching profitieren, in das bis 2004 mehr als 50 Millionen Dollar investiert werden.

Noch ist das Deutschland-Geschäft von GE sehr finanzlastig. Die Rückversicherungs-Tochter GE Frankona Re musste 2002 - wie die Konkurrenz - hohe Verluste hinnehmen. "Frankona ist aber gut abgesichert, und wir glauben an das Geschäft", sagte Limberger. Der Markt bereinige sich derzeit und die Preise steigen. Daher solle die Tochter 2003 in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Zukäufe seien im Versicherungsbereich aber nicht geplant. Anders sehe dies im Geschäft mit Konsumentenkrediten aus, wo GE in Deutschland stark vertreten ist. Kunden von Elektromärkten können beispielsweise ihre Käufe vor Ort über eine GE-Tochter finanzieren. Limberger sieht auch beim Geschäft mit mittelständischen Kunden Potenzial.

GE Deutschland habe im Jahr 2002 zum Reingewinn des gesamten GE - Konzerns beigetragen, obwohl die GE Frankona - wie die gesamte Versicherungsbranche - ein schwieriges Jahr gehabt habe, sagte Limberger, der seit einem knappen halben Jahr an der Spitze steht. Durch eine engere Zusammenarbeit der derzeit 43 Geschäftsbereiche und eine vereinfachte Struktur will er in den kommenden Jahren zusätzliche Synergien schöpfen.

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