Siemens kämpft um Marktanteile in China
Neue Handys sollen Chinesen locken

Die Zeiten, da die Mobilfunkanbieter in China sich jeden Monat des Zulaufs von fünf Millionen neuen Kunden freuten, sind vorbei - die Zahl der Mobilfunknutzer wächst auch im Reich der Mitte inzwischen langsamer. Die Netzbetreiber haben ihre Investitionen bereits drastisch reduziert.

mg SCHANGHAI. Die Handy-Hersteller müssen jetzt mit attraktiveren Geräten locken. Bei einem monatlichen Wachstum von immer noch ein bis zwei Prozent zählt das Land knapp 190 Millionen Mobilfunkteilnehmer - um die kämpfen jetzt immer mehr lokale Wettbewerber. Allein in diesem Jahr hat ein halbes Dutzend Hausgerätehersteller ihren Einstieg in den lukrativen Markt bekannt gegeben. Chinas Handy-Hersteller haben ihren Marktanteil von zusammen 3 % im Jahr 1999 auf jetzt knapp 18 % ausgebaut.

Immerhin: Siemens Mobile hat einen Marktanteil von etwa 10 % und hat Platz 3 hinter Motorola und Nokia bisher gehalten. Mit der Markteinführung des neuen S57, das Bild-Nachrichten (MMS) übertragen kann und eine Digitalkamera hat, will Siemens Entschlossenheit demonstrieren und sich stärker auf den Geschmack der Kunden im

Reich der Mitte einstellen.

"Wir verdienen am Aufkommen der heimischen Hersteller mit", sagt Siemens Mobile-Vorstand Lothar Pauly. Seine Firma liefere jährlich zwei bis drei Millionen Module an chinesische Produzenten. Die Mobilfunksparte des Elektronikkonzerns beschäftigt in China 3100 Menschen und kann nach Abschluss einer 60 Mill. $ teuren Erweiterung der Handywerk in Schanghai - einer von dreien des Konzerns weltweit - jährlich 14 Millionen Handys herstellen. Im Budget für kommendes Jahr stehen 15 Mill. $, sagt Pauly.

Im Netzbereich hat das Unternehmen mit 18 % die zweite Position in China erreicht. Pauly sieht die "gravierenden Probleme einiger Wettbewerber" als "gute Chance". Gerüchte, wonach Siemens Mobile am Netzwerk-Geschäft von Motorola oder Ericsson interessiert sein soll, wollte er aber nicht kommentieren.

Positive Signale hat Siemens offenbar aus Chinas Ministerium für Informationsindustrie über den gemeinsam mit der China Academy of Telecommunications Technologies (CATT) entwickelten 3G-Standard TD-SCDMA erhalten. Erste Tests zu Jahresbeginn seien erfolgreich gelaufen, hieß es gestern in Schanghai. Siemens erwartet, dass die Regierung "sehr bald" einen Frequenzplan für die dritte Mobilfunkgeneration - die in China nicht vor 2004 kommen soll - bekannt geben wird. Daraus soll ersichtlich sein, wie wichtig Peking TD-SCDMA nimmt.

Nun stehen Tests der neuen Technologie mit Mobilfunkteilnehmern an. Die Vergabe von Lizenzen für den Standard erwartet Pauly "erst, wenn die neue Regierung eingesetzt wurde" - das passiert im März 2003. Siemens gab in einer Stellungnahme an, man erwarte, "dass Chinas Regierung diesen Standard autorisieren wird".

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