Archiv
Siemens schweigt zu VA Tech - Victory bestätigt aber Gespräche

Der Siemens-Konzern soll erneut ein Auge auf den österreichischen Mischkonzern VA Tech geworfen haben. Der Elektronikriese wollte sich am Donnerstag zwar erneut nicht äußern, der VA-Tech-Aktionär Victory Industriebeteiligung AG bestätigte jedoch Gespräche mit den Münchnern über einen Einstieg. In Österreich warnten Politiker der teilstaatlichen VA Tech und das Manegement vor einer drohenden Zerschlagung. Siemens soll vor allem am Turbinengeschäft interessiert sein.

dpa-afx MÜNCHEN/WIEN. Der Siemens-Konzern soll erneut ein Auge auf den österreichischen Mischkonzern VA Tech geworfen haben. Der Elektronikriese wollte sich am Donnerstag zwar erneut nicht äußern, der VA-Tech-Aktionär bestätigte jedoch Gespräche mit den Münchnern über einen Einstieg. In Österreich warnten Politiker der teilstaatlichen VA Tech und das Manegement vor einer drohenden Zerschlagung. Siemens soll vor allem am Turbinengeschäft interessiert sein.

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,5 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %; 72,5 % der Aktien sind im Streubesitz. Medienberichten zufolge planen Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie. Dies würde eine Bewertung des Konzerns mit rund 900 Mill. ? bedeuten.

Siemens-Aktien gewannen nach einem schwachen Start bis zum späten Vormittag 0,66 % auf 57,80 ?.

Öiag Will Zerschlagung Verhindern

Die Österreiche Staatsholding Öiag wurde von Victory am Donnerstag offiziell über Gespräche mit dem DAX-Schwergewicht Siemens informiert. Es liege der Öiag derzeit aber kein konkretes Angebot vor, teilte die Staatsholding mit. "Eine vom Unternehmen als feindlich beurteilte Übernahme samt einer eventuellen Zerschlagung des Unternehmens wird seitens der Öiag nicht unterstützt," sagte Öiag-Vorstand Peter Michaelis.

"Wir unterstützen den Vorstand der VA Tech." Die Öiag handele gemäß ihres gesetzlichen Auftrags, der die Wahrung der österreichischen Interessen sowie der Interessen des Unternehmens vorsehe. Ob die Öiag die geplante Kapitalerhöhung unterstütze, werde zu gegebener Zeit geprüft.

Einstieg FÜR Siemens Kompliziert

Analysten sehen einen Siemens-Einstieg bei VA Tech skeptisch. Theo Kitz von Merck & Finck sagte, angesichts der Aktionärsstruktur sei ein Einstieg sehr umständlich und langwierig. "Ich frage mich, wieviel Sinn es für Siemens macht, eine kleine Beteiligung mit wenig Kontrolle zu erwerben." Bereits im Januar habe Siemens mit VA Tech gesprochen.

Eine komplette Übernahme würde große Management-Kapazitäten binden. Auch der staatliche Aktionär Öiag sei eher ein Hindernis. "Ein Leben mit solch einem Partner stelle ich mir schwierig vor", sagte Kitz. Siemens sei nur an Konzernteilbereichen interessiert, eine Zerschlagung werde die Öiag aber wohl kaum mittragen.

Staat HAT Einfluss Verloren

Allerdings hat der Staat seit dem vorigen Jahr bei VA Tech an Einfluss verloren. Die Öiag hatte ihren Anteil über den Markt von 25 auf 15 % verringert. Victory übernahm ein Paket vom Stahlverarbeiter Voestalpine und hält seitdem 12,53 % des Grundkapitals.

Nach Angaben der "Börsen-Zeitung" hat VA Tech in den vergangenen beiden Jahren einen Nettoverlust von insgesamt 108 Mill. ? angehäuft. Die außerordentliche Hauptversammlung am 21. September solle eine Kapitalerhöhung von maximal 3,8 Mill. neuen Aktien beschließen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%