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Siemens stellt neues Handy vor - Mit ICM ICN-Fusion für Wachstummarkt gerüstet

(dpa-AFX) London - Die Siemens AG < SIE.ETR > will sich mit der anstehenden Fusion ihrer Mobilfunk- und ihrer Festnetz-Sparte für den Wachstumsmarkt Kommunikation rüsten. Die Annäherung der verschiedenen bestehenden Technologien sei nötig, sagte der designierte Chef des neuen Bereichs Siemens Communications, Lothar Pauly, am Montag in London bei der Vorstellung eines neuen Handy-Modells.

(dpa-AFX) London - Die Siemens AG < SIE.ETR > will sich mit der anstehenden Fusion ihrer Mobilfunk- und ihrer Festnetz-Sparte für den Wachstumsmarkt Kommunikation rüsten. Die Annäherung der verschiedenen bestehenden Technologien sei nötig, sagte der designierte Chef des neuen Bereichs Siemens Communications, Lothar Pauly, am Montag in London bei der Vorstellung eines neuen Handy-Modells.

"Die stetig wachsende Nachfrage nach übergreifenden Kommunikationslösungen wird den Bedarf an Telefonen, die eine breite Palette an Office-Funktionen mit einem komfortablen E-Mail-Zugriff verbinden, deutlich erhöhen", zeigte sich Pauly überzeugt. "Wir rechnen damit, dass dieses Marktsegment in den kommenden Monaten kräftig wachsen und im Jahr 2006 bereits 20 Prozent des Handy-Marktes ausmachen wird."

Vier Neue Handy-Modelle BIS Jahresende

Siemens reagiert auf diesen Markttrend mit seinem nun vorgestellten Handy Sk65. Damit baue die Mobilfunk-Sparte des Konzerns ihr Angebot im hochpreisigen Bereich aus. Das Handy vereine den Zugang zu E-Mails, wie er bisher nur auf dem PC zu finden gewesen sei, mit klassischer Mobilkommunikation. Zusammen mit dem Sk65 werde Siemens bis Jahresende vier Handys in jeweils verschiedenen Ausführungen im Oberklasse-Segment auf den Markt gebracht haben. "Die Einführung unseres ersten Blackberry-Handys ist mehr als eine Ergänzung unseres Portfolios", sagte Pauly. "Tatsächlich bedeutet das den Sprung in eine neue Liga, die Kategorie der wirklich intelligenten Geräte."

Analysten hatten Siemens in der Vergangenheit vorgeworfen, Markttrends auf dem Handymarkt wie integrierte Kameras anfangs verschlafen zu haben. Im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) verbuchte Siemens im Handy-Geschäft wegen des Wettbewerbsdrucks unter anderem durch Nokia < Nok1v.HSE > < Noa3.ETR > Verluste. Zwar verkauften die Münchner mit 10,4 Millionen Stück mehr Handys als ein Jahr zuvor (8,1 Mio), aber der Durchschnittspreis war gesunken. Siemens muss nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren weitere Marktanteile im Handy-Geschäft erobern, um als eigenständiger Anbieter profitabel arbeiten zu können.

Kritische Analysten-Kommentare

Angesichts der Einführung des neuen Handy-Modells von Siemens äußerten sich Analysten kritisch. Das hochpreisige Segment mit Mobiltelefonen vor allem für Geschäftsleute sei sicherlich ein interessanter Markt, sagte James Stettler von Dresdner Kleinwort Wasserstein. "Aber aus meiner Sicht sollte Siemens nicht im Handygeschäft bleiben. Wenn sie dies aber doch tun, sollten sie es als eine Marketing-Übung nehmen und sich einen starken Partner suchen - so, wie Siemens das im Verbraucherelektronik-Geschäft gemacht hat."

Theo Kitz von Merck Finck sagte, sei Siemens bei Handys für Geschäftskunden immer stark gewesen. Aber der Konzern habe nicht genügend günstige Handys mit allen neuen Extras wie Kameras im Angebot. Die derzeitigen Modelle seien zu alt. Branchenprimus Nokia habe einen Preiskampf angezettelt, nachdem er Marktanteile verloren habe. Diese Schlacht solle auch im September weitergehen. Das werde es Siemens schwer machen, im Ende September auslaufenden vierten Geschäftsquartal wie angekündigt Gewinne im Handygeschäft zu erzielen.

Mehr Handybesitzer UND Datenverkehr

Aus Sicht des derzeitigen Bereichsvorstands der Mobilfunk-Sparte IC Mobile ist Siemens im Telekommunikations-Bereich gut aufgestellt. "Ich kenne keinen Wettbewerber, der gleich stark ist", sagte Pauly. Der Markt habe ein Wachstumspotenzial zwischen drei und fünf Prozent bis 2006. Außerdem kämen ständig neue Kunden hinzu. "Bis Ende diesen Jahres werden 1,5 Milliarden Menschen ein Handy besitzen, bis 2006 werden es dann 2 Milliarden sein" sagte Pauly. "Heute gibt es 150 Millionen Breitband-Nutzer, 2006 dann über 260 Millionen." Außerdem werde der Datenverkehr über Telekommunikations-Netze hochschnellen.

Siemens hatte die Zusammenlegung des Festnetz-Bereichs ICN und des Mobilfunk-Bereichs ICM zum mit Abstand größten Geschäftsbereich Anfang Juli überraschend angekündigt. Die Verschmelzung ist eine der größten Umstrukturierungen der vergangenen Jahre bei dem Münchener Industrie- und Technologiekonzern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 setzten ICM und ICN zusammen mehr als 16 Milliarden Euro um. Nächstgrößter Bereich war zuletzt die Autosparte VDO mit gut 8 Milliarden Euro.

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