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Siemens-Umsatz steigt erstmals seit langem

München (dpa) - Nach langer Flaute zieht das Geschäft bei Deutschlands größtem Elektrokonzern Siemens dank der boomenden Weltkonjunktur jetzt wieder kräftig an.

München (dpa) - Nach langer Flaute zieht das Geschäft bei Deutschlands größtem Elektrokonzern Siemens dank der boomenden Weltkonjunktur jetzt wieder kräftig an.

Im abgelaufenen Quartal steigerte das Unternehmen erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder den Umsatz und übertraf beim Gewinn die Erwartungen der Analysten. «Auf dieser Basis bin ich zuversichtlich, unsere eigenen Zielsetzungen für das Gesamtjahr übertreffen zu können», sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Donnerstag in München. Das Problem mit den fehlkonstruierten «Combino»-Straßenbahnen bekommt Siemens langsam in den Griff. Neue Ertragsprobleme gibt es dagegen in der Handysparte. Auch die Strategie des IT-Dienstleisters SBS soll überprüft werden.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2003/04 (30. September) stieg das operative Ergebnis der Bereiche bei Siemens etwas stärker als von Analysten erwartet um 21 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz konnte erstmals seit Anfang 2002 wieder gesteigert werden und legte um 5 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zu. «Siemens ist auf einem guten Kurs», sagte Pierer. Verantwortlich für die Zuwächse seien das bessere konjunkturelle Umfeld und die konzerninternen Optimierungs-Programme. Diese sollen intensiviert werden. «Um dieses Momentum auch für das nächste Geschäftsjahr zu sichern, werden wir zusätzliche operative Verbesserungen in den Bereichen anstreben.»

Der Gewinn nach Steuern stieg im Quartal um 29 Prozent auf 815 Millionen Euro. Bisher hatte Siemens für das Gesamtjahr angekündigt, der Netto-Gewinn solle auch ohne Sondereffekte prozentual zweistellig wachsen. Nun rechnet Siemens damit, das Minimal-Ziel von 10 Prozent Gewinnwachstum zu übertreffen. In den ersten neun Monaten legte der Netto-Gewinn um 60 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro zu. Darin sind Sondereffekte von 400 Millionen Euro enthalten.

Die Siemens-Verkehrstechnik machte einen Quartalsverlust von 48 Millionen Euro. Die Rückstellungen für die «Combino»-Züge betrugen nur noch 26 Millionen Euro. Analysten hatten mit deutlich höheren Belastungen gerechnet. Im Vorquartal hatte Siemens in der Verkehrstechnik noch einen Verlust von 289 Millionen Euro hinnehmen müssen. Verantwortlich dafür waren Sonderbelastungen von insgesamt 364 Millionen Euro, von denen ein Großteil auf das «Combino»-Problem entfiel. Siemens hatte zahlreiche Straßenbahnen zurückziehen müssen. Mittlerweile zeichne sich eine Reparaturlösung ab, sagte Pierer. Mit der Umsetzung bei den Kunden solle Anfang 2005 begonnen werden.

Die Mobilfunksparte ICM konnte auf Jahressicht ihr Quartalsergebnis zwar von 17 auf 64 Millionen Euro verbessern. Dies war allerdings allein auf Fortschritte bei den Mobilfunknetzen zurückzuführen. Der Verlust bei den Handys weitete sich dagegen von 42 auf 88 Millionen Euro aus. Der Konzern führte dies unter anderem auf den anhaltenden Preiskampf in der Branche zurück. Zuletzt hatte Marktführer Nokia drastische Preissenkungen angekündigt, um verlorene Marktanteile zurückzuerobern. Der IT-Dienstleister SBS machte einen Verlust von 2 Millionen Euro. «Das Konzept von SBS soll überarbeitet werden», sagte Pierer. Er sei aber überzeugt davon, dass der Bereich auf die Erfolgsspur zurückkehren könne. Ertragsbringer waren im abgelaufenen Quartal wieder unter anderem die Antriebssparte A & D (308 Mio Euro), die Energieerzeugung (236 Mio), die Medizintechnik (219 Mio) und die Autosparte VDO (174 Mio).

Strategie-Chef Klaus Kleinfeld wurde vom Aufsichtsrat offiziell zum Pierer-Nachfolger ernannt. Vom 1. August an wird er stellvertretender Konzern-Chef sein. Nach der Hauptversammlung am 27. Januar 2005 soll er dann auf den Chefsessel aufrücken. Pierer will in den Aufsichtsrat wechseln und dort den Vorsitz übernehmen.

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