Siemens und Infineon im Plus
Technologiewerte trotzen schlechten Prognosen

Die jüngsten Negativ- Prognosen der US-Computerhersteller Dell und Palm haben die europäischen Technologie-Aktien am Freitag kaum belastet. "Die Leute denken, wenn es noch schlechter wird, müssen wir ja bald die Talsohle erreicht haben, so dass es wieder aufwärts geht", sagte ein Analyst der Commerzbank in London. "Der Markt wartet auf das kleinste positive Zeichen." Selbst negative Prognosen würden derzeit zu einem gewissen Optimismus führen. Der Dow Jones Euro Index für Technologiewerte drehte nach anfänglichen Verlusten am Mittag ins Plus.

Reuters FRANKFURT. Der weltgrößte PC-Hersteller Dell hatte am Donnerstag sinkende Umsätze im laufenden Quartal angekündigt. Der Kleincomputer-Hersteller Palm hatte seine Umsatzprognose gar halbiert. Die Aktienkurse dieser beiden Firmen hatten daraufhin deutlich unter Druck gestanden und zunächst auch Technologiewerte an Asiens Börsen belastet.

Unter den deutschen Technologiewerten notierten Siemens und Infineon nach anfänglichen Verlusten am Mittag mit 1,2 und 0,4 % im positiven Bereich. Lediglich SAP verzeichnete Kurseinbußen von 0,4 %. Die Titel des britischen Taschencomputer- Herstellers Psion gab dagegen 3,3 % nach.

Dell hatte ein im Rahmen der Analystenerwartungen liegendes Ergebnis für das erste Quartal veröffentlicht, aber gleichzeitig für die nächsten drei Monate einen Umsatzrückgang prognostiziert. Den Gewinn im Auftaktquartal bezifferte Dell mit 462 Mill. $ oder 17 Cents je Aktie von 466 Mill. $ im Vorjahr. Der Umsatz sei um zehn Prozent auf acht Mrd. $ gestiegen. Im zweiten Quartal rechne Dell mit einem Umsatzrückgang gegenüber den ersten drei Monaten um fünf bis acht Prozent. Der Gewinn könne bis auf 15 Cents je Aktie zurückgehen, hieß es. Analysten haben bislang im Durchschnitt mit 18 Cents je Aktie gerechnet.

"Wären die Dinge bei den Gewinnmargen schlecht gelaufen, wären sie den Preiskampf, den sie in der Branche führen, weniger aggressiv angegangen", sagte Steve Kleynhans, Analyst bei der Meta Group. Dell hatte im ersten Quartal Compaq als weltgrößten PC-Hersteller abgelöst und dabei vor allem über großzügige Preisnachlässe Marktanteile hinzugewonnen. Im vorbörslichen Handel fielen Dell-Titel um knapp vier Prozent auf 24,85 $. Seit Anfang des Jahres hat der Dell-Aktienkurs jedoch fast 50 % zugelegt.

Palm hatte seine Umsatzprognose für das laufende vierte Quartal (per Ende Mai) bereits zum zweiten Mal revidiert und den Abbau von 15 % seiner Belegschaft angekündigt. Der Umsatz soll nun noch 140 bis 160 Mill. $ betragen, anstelle der bislang genannten 300 bis 315 Mill. $, teilte das Unternehmen in Santa Clara mit. Im dritten Quartal hatte das Unternehmen noch 471 Mill. $ umgesetzt. Seine Verlusterwartung für das vierte Quartal weitete Palm auf 170 bis 190 Mill. $ aus. Analysten waren bislang von einem Fehlbetrag zwischen 80 und 85 Mill. $ ausgegangen.

"Die Erwartungen für den Markt (mit Kleincomputern) waren viel zu hoch", sagte Analyst Udo Dörnhaus von der Bayerischen Landesbank. Auf dem US-Markt für die sogenannten Personal Digital Assistants sei eigentlich seit Weihnachten nichts mehr passiert, und auch der europäische Markt sei ziemlich gesättigt. Seit Anfang des Jahres hat der Palm-Aktienkurs 70 % seines Wertes eingebüßt. Im vorbörslichen Handel am Freitag brach der Kurs um fast 20 % ein.

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