Siemens und Infineon stehen auf der Verliererliste
Dax zeigt sich vor US-Wahlausgang abwartend

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwochmittag Händlern zufolge wegen des noch unklaren Wahlausgangs bei der Präsidentenwahl in den USA abwartend, allerdings freundlich präsentiert.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte zur Mittagszeit 0,16 % im Plus auf 7 087 Punkten. Händler sagten, der Markt warte auf Impulse aus den USA, wo eine Neuzählung der abgegebenen Wahlstimmen im Bundesstaat Florida im Verlauf des Mittwoch eine endgültige Entscheidung darüber bringen soll, ob George W. Bush oder sein Gegner und Vizepräsident Al Gore zum neuen Präsident der USA gewählt wurde. "Insgesamt ist die Stimmung am Markt nicht schlecht, es gibt aber keine großen Engagements", sagte ein Händler. Viele wollten noch abwarten, was in den USA passiert.

Die Vorgaben für den deutschen Aktienmarkt aus den USA waren geringfüger schwächer. Der Markt habe sich wegen der Präsidentenwahl in den USA abwartend verhalten, sagten US-Händler. Die überwiegende Zahl der Investoren habe dabei einen Wahlsieg von George W. Bush erwartet, hieß es. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte beendete den Handel 25,03 Punkte oder 0,23 % tiefer bei 10 952,18 Zählern. Der technologielastige Nasdaq Composite Index schloss mit einem Minus von 0,01 % auf 3 415,79 Zähler nahezu unverändert. Der Nasdaq-Future deuten mit Plus 16 Punkten und der S&P-Future mit Plus drei Punkten auf eine freundliche Eröffnung der US-Märkte am Mittwoch hin.

Das Gewinner- Verliererbild im Dax war gemischt. Die Aktien von Degussa Huels führte die Gewinnerliste im Dax mit einem Plus von 3,74 % auf 33,82 Euro an. Händler führten dies auf die am Vorabend bekannt gegebene Zusammenarbeit der Gesellschaft mit dem US-Unternehmen MediChem Life Sciences zurück.

Ebenfalls im Aufwind lagen die Titel von SAP mit plus 1,78 % auf 242,50 Euro sowie Fresenius Medical Care mit plus 1,94 % auf 101,59 Euro. Händler wussten den Anstieg beider Werte zunächst nicht zu erklären.

Auf der Verliererseite ragten die Werte von Siemens und Infineon heraus. Siemens gaben um 3,16 % auf 143,51 Euro nach. Die Gesellschaft hatte zuvor positive Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 1999/2000 mitgeteilt und eine um 40 % höhere Dividende angekündigt. Händler führten den Kursrückgang allerdings darauf zurück, dass das Unternehmen in Aussicht gestellt hat, dass das Wachstum im laufenden Geschäftsjahr "nicht mehr so stürmisch" ausfallen dürfte wie im Vorjahr.

Die Aktie von Infineon hat am Mittwoch Händlerangaben zufolge unter einer Herunterstufung durch eine Investmentbank und einer generell schlechten Stimmung für den Wert weiter gelitten. Der Dax-Wert notierte zur Mittagszeit um 3,5 % tiefer auf 49,65 Euro. "Das ist die Fortsetzung von gestern", sagte ein Händler. Am Vortag hatte Infineon Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 1999/2000 veröffentlicht. "Die Zahlen gestern waren an sich in Ordnung, allerdings stimmte der Ausblick für die Gesellschaft den Markt nicht euphorisch", sagte er weiter. Unterdessen stufte die Investment Bank Morgan Stanley Dean Witter Infineon auf "neutral" von "outperform" zurück. Details nannte die Bank zunächst nicht.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax legte um 1,15 % auf 5 054,16 Punkte zu. Der Frankfurter Neue Markt zeigte sich hingegen schwächer. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share fiel um rund ein Prozent auf 4 223 Zähler, der Index der Blue Chips Nemax 50 um 1,28 % auf 4 539 Punkte.



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