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Siemens und Toshiba bauen gemeinsam UMTS-Handys

Laut Berichten japanischer und deutscher Zeitungen ist ein Vertragsabschluss bereits in der kommenden Woche möglich. Mit ihrer Allianz wollten sie knapp über zehn Prozent des Weltmarktes für Handys kontrollieren.

dpa-afx MÜNCHEN/TOKIO (dpa-AFX) - Der Siemens-Konzern verhandelt mit Toshiba über die gemeinsame Entwicklung von UMTS-Handys. Ein Siemens-Sprecher bestätigte am Freitag in München Gespräche mit dem japanischen Konzern über eine Zusammenarbeit bei UMTS-fähigen Mobilfunkendgeräten. Weitere Einzelheiten nannte der Siemens-Sprecher nicht. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, hieß es.

Wie Toshiba nach japanischen Agenturberichten mitteilte, geht es dabei vor allem um Mobiltelefone, die bewegte Bilder senden und empfangen können. Ob die geplante Kooperation auch Produktion und Vertrieb einschließen soll, stehe noch nicht fest. Beide Konzerne hofften, zum Ende des Monats eine Einigung zu erzielen. Mit ihrer Allianz wollten sie möglichst knapp über zehn Prozent des Weltmarktes für Handys kontrollieren. Mit UMTS, dem Mobilfunk der dritten Generation, werden superschnelle Datenübertragung und Multimedia über das Handy ermöglicht.

Nach jetzigem Verhandlungsstand könnte die Kooperation zwischen Siemens und Toshiba mit der Entwicklung eines videofähigen Endgerätes beginnen, das Anfang 2002 auf den europäischen Markt kommen solle, berichtete das "Handelsblatt" in seiner Freitagsausgabe. Die Zusammenarbeit könnte auch auf Produktion und Marketing ausgeweitet werden. Für später sei auch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens angedacht, heißt es in der Zeitung mit Berufung auf Informationen von Verhandlungsteilnehmern.

In Deutschland hatten Mitte August sechs Unternehmen und Konsortien bei einer spektakulären Auktion für insgesamt knapp 100 Mrd. DM UMTS-Lizenzen ersteigert. Erst kürzlich waren entsprechende Lizenzen in Italien vergeben worden. In Österreich läuft derzeit die Versteigerung, in der Schweiz soll sie am 13. November beginnen. Damit UMTS zum Geschäft wird, arbeitet die Industrie mit Hochdruck an Plänen, um rechtzeitig mit Endgeräten auf den Markt zu sein.

Siemens zählt sich zu den sechs größten Handy-Herstellern der Welt. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen elf Mill. Mobilfunkgeräte. Im laufenden Jahr sollen mindestens 25 Mill. Handys abgesetzt werden. Toshiha nimmt den zwölften Rang unter den internationalen Handy-Herstellern ein und hatte im vergangenen Jahr rund sechs Mill. Stück verkauft. Der japanische Konzern will seine Position auf dem Markt ebenfalls deutlich ausbauen.

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