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Siemens verhandelt mit Russland über gemeinsamen Bau einer ICE-Variante

Der Elektrotechnikkonzern Siemens steht nach Presseberichten kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen über den Bau einer Variante des ICE-Hochgeschwindigkeitszuges für Rußland.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Elektrotechnikkonzern Siemens steht nach Presseberichten kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen über den Bau einer Variante des ICE-Hochgeschwindigkeitszuges für Rußland. Ein Sprecher der Siemens-Verkehrstechniksparte wollte sich auf Anfrage von dpa-AFX am Montag nicht zum Stand der Verhandlungen äußern, bestätigte aber das anhaltende Interesse der staatlichen russischen Eisenbahngesellschaft RZD.

Russische Medien hatten jüngst von einem Vertragsabschluss noch vor Jahresende berichtet. Beide Seiten hatten im Sommer eine Grundsatzvereinbarung getroffen. Siemens-Sprecher Bernd Edelmann sagte, die Russen seien am gemeinsamen Bau eines Zuges interessiert, der aber nur mit einer maximalen Geschwindigkeit von 230 Stundenkilometern verkehren soll. Der ICE drei erreicht Spitzengeschwindigkeiten von rund 300 Kilometern pro Stunde.

Presse: Bedarf VON 150 Zügen

Die Züge sollen auf den Strecken Moskau-Petersburg und Moskau-Helsinki eingesetzt werden, sagte Edelmann. Über die Zahl der projektierten Züge wollte sich der Sprecher nicht äußern. Diese ergebe sich aus der Frequenz, mit der sie nach den Plänen der RZD verkehren sollen. Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass hatte über einen Bedarf von 150 Zügen berichtet. Der erste Zug könne 2007 produziert werden.

Der russische Markt gilt wegen der teils stark veralteten Infrastruktur bei Bahntechnikunternehmen als lukrativ. Der Siemens-Sprecher bestätigte, dass die sich in Russland abzeichnenden Chancen "interessant" seien. Über die mögliche Auswirkung des mit der RZD anvisierten gemeinsamen Projektes auf das Ergebnis der verlustträchtigen Verkehrstechniksparte wollte er sich dagegen nicht äußern.

Die Sparte hatte unter anderem wegen der technischen Probleme mit der Straßenbahn des Typs Combino im Geschäftsjahr 2003/04 einen Verlust von 434 Mill. Euro eingefahren. Jüngst war Siemens auch ein Milliardenauftrag in China entgangen. Die chinesische Eisenbahngesellschaft hatte sich für eine modifizierte Version des japanischen Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen entschieden.

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