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Siemens-Vorstand berät über VA Tech - 'Beschlüsse nicht zu erwarten'

München/Wien (dpa-AFX/APA) - Der Vorstand des Siemens -Konzerns will am Dienstag über das Vorgehen bei einer möglichen Übernahme des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech beraten. Beschlüsse seien aber nicht zu erwarten, sagte ein Unternehmenssprecher. Unterdessen demonstrierten vor der Siemens-Hauptversammlung in München VA Tech-Mitarbeiter gegen die drohende Übernahme und Zerschlagung ihres Konzerns.

München/Wien (dpa-AFX/APA) - Der Vorstand des Siemens-Konzerns will am Dienstag über das Vorgehen bei einer möglichen Übernahme des österreichischen Technologiekonzerns VA Tech beraten. Beschlüsse seien aber nicht zu erwarten, sagte ein Unternehmenssprecher. Unterdessen demonstrierten vor der Siemens-Hauptversammlung in München VA Tech-Mitarbeiter gegen die drohende Übernahme und Zerschlagung ihres Konzerns.

Auf politischer Ebene will die Wiener Bundesregierung die Weichen zur Abwehr einer feindlichen Übernahme stellen. Wie das Finanzministerium bereits am Montagabend mitgeteilt hatte, werde der Ministerrat am Dienstag den Privatisierungsauftrag der staatlichen Öiag so abändern, dass die Staatsholding bei einer Kapitalerhöhung mitziehen und ihren Anteil von 15 % möglicherweise aufstocken könne.

Betriebsversammlungen

Dagegen hatte die Öiag zuletzt den Verkauf ihres Anteils nicht prinzipiell ausgeschlossen. Sollte der VA Tech-Vorstand eine Übernahme akzeptieren und würde dies dem Öiag-Privatisierungsauftrag entsprechen, könne "es sehr gut sein, dass wir dem Vorschlag des VA Tech-Vorstandes folgen", sagte Öiag-Vorstand Peter Michaelis.

Der Betriebsrat wird am Nachmittag die 8 000 Inlandsbeschäftigten der VA Tech auf Betriebsversammlungen informieren. Der Konzernbetriebsrat, der für den Fall einer Übernahme den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen befürchtet, hatte am Montag für den Fall einer Übernahme indirekt mit Streikmaßnahmen gedroht.

Einstieg Könnte Siemens 900 MIO Euro Kosten

In der Vorwoche hatte Siemens erstmals generelles Interesse an Teilbereichen der VA Tech bestätigt. Eine Übernahme könnte Siemens laut Medienberichten bis zu 900 Mill. ? kosten. VA Tech erwartet für 2004 einen Netto-Verlust von 65 Mill. bis 70 Mill. ?.

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,53 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %. Die übrigen 72,47 % der 15 Mill. Aktien sind im Streubesitz. Medienberichten zufolge planen Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie. Am Dienstag stand der Kurs zwischenzeitlich bei 53,00 ?.

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