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Siemens will Anteil am Welthandymarkt fast verdoppeln

Der Siemens-Konzern will seinen Anteil am weltweiten Handymarkt in den nächsten drei Jahren auf 15 % von derzeit rund acht Prozent steigern.

rtr MüNCHEN. Dieses Ziel habe der Chef der Siemens-Mobilfunksparte, Rudi Lamprecht, am Rande der Eröffnung des neuen Handywerkes von Siemens in Brasilien genannt, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch. Lamprecht habe aber offen gelassen, ob die Steigerung des Marktanteils nur durch internes Wachstum oder auch durch Zukäufe erreicht werden solle. In der vergangenen Woche hatte der Mobilfunk-Chef in einem Zeitungsinterview gesagt, Siemens wolle keinen Marktanteil im Handygeschäft zukaufen und damit die immer wieder aufkommenden Spekulationen über eine Kooperation mit einem anderen Handyhersteller gedämpft.

Siemens ist nach der aktuellsten Studie zum weltweiten Handymarkt von der Bank Credit Suisse First Boston mit einem Anteil von 7,7 % der weltweit drittgrößte Handy-Hersteller, dicht gefolgt vom schwedischen Konkurrenten Ericsson und dem südkoreanischen Samsung-Konzern . Unumstrittener Marktführer ist Nokia aus Finnland mit einem Marktanteil von mehr als 35 %, gefolgt von dem US-Konzern Motorola mit knapp 17 %.

Mit den ehrgeizigen Wachstumszielen macht Siemens auf dem Handymarkt dem Motorola-Konzern Konkurrenz, der seinen Anteil am Weltmarkt in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 25 % ausweiten will. Wie Ronald Garriques, Produktmanager der Motorola-Handysparte, in einem Reuters-Interview in der Nacht zum Mittwoch weiter sagte, sei der Konzern dabei auch auf der Suche nach kleineren Wettbewerbern, die sich für eine Übernahme eigneten. "Wenn wir sechs Prozent (Marktanteil) durch einen Zukauf gewinnen können, warum nicht?", sagte er. In der Branche spreche jeder mit jedem. Motorola war in der Vergangenheit als potenzieller Partner für Siemens im Handygeschäft gehandelt worden.

Nach dem Boomjahr 2000 waren die Handyhersteller im vergangenen Jahr durch eine Nachfrageschwäche überrascht worden. Schätzungen zufolge ging der weltweite Handy-Absatz 2001 auf 380 Mill. von gut 400 Mill. Stück zurück. Für das laufende Jahr rechnet die Branche wieder mit einem um zehn bis 15 % wachsenden Handy-Markt.

In Brasilien, wo Siemens am Mittwoch einen neuen Produktionsstandort für Mobiltelefone eröffnete, will der Konzern bis zum Jahr 2004 einen Marktanteil von 25 % erreichen. In dem Werk in Manaus würden jährlich mehr als eine Mill. Handys für den Mobilfunkstandard GSM hergestellt. Bei entsprechender Nachfrage könne die Produktion auf bis zu zehn Mill. Stück gesteigert werden.

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