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Siemens will jugoslawisches Mobilfunknetz ausbauen

Der Technologiekonzern hat eine Absichtserklärung über den Ausbau des GSM-Mobilfunknetzes mit der BK-Group in Jugoslawien unterzeichnet.

rtr MÜNCHEN/BELGRAD. Der Technologiekonzern Siemens AG hat nach eigenen Angaben eine Absichtserklärung über den Ausbau des GSM-Mobilfunknetzes in Jugoslawien unterzeichnet. Ein Siemens-Sprecher sagte am Freitag in München, Verträge mit dem Betreiber des einzigen Mobilfunknetzes des Balkanstaats, der BK Group, gebe es jedoch bislang nicht. Auch Angaben von BK-Chef Bogoljub Karic, wonach es um ein Volumen von 1,19 Mrd. DM gehe, wollte Siemens nicht bestätigen. "Das ist eine Projektion unseres Kunden", sagte der Sprecher. "Es ist noch viel zu früh, über Zahlen zu reden."

Karic sagte am Freitag in Belgrad, Siemens Italia werde in den kommenden drei bis fünf Jahren digitale Mobilfunktechnik und 480 000 Mobiltelefone sowie 126 000 Computer im Gesamtwert von knapp 1,2 Mrd. DM an die BK Group liefern, die unter dem Namen Mobtel Mobilfunkdienste anbietet. BK betreibt außerdem in Belgrad einen Fernsehsender und eine private Universität. Ivan Bagaric, bei BK zuständig für internationale Beziehungen, sagte: "(Der Vertrag) ist der Anfang einer strategischen Partnerschaft zwischen Siemens Italia und BK." In Siemens-Kreisen hieß es, die von Karic genannten Zahlen seien angesichts der Größe des Landes viel zu hoch gegriffen. Der Vertrag mit Siemens wäre der erste mit einem westlichen Konzern nach der Machtübernahme der neuen Regierung Kostunica.

Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Jugoslawien waren erst kürzlich gelockert worden, nachdem Präsident Slobodan Milosevic seine Wahlniederlage gegen den gemäßigten Nationalisten Vojislav Kostunica eingestanden hatte. BK-Eigentümer Karic galt als enger Vertrauter Milosevics, wies eine Verbindung am Freitag mit dem Ex-Präsidenten aber zurück.

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