Siemens will Xelibris auch mit Farbbildschirm anbieten: Kinderkrankheiten bremsen MMS-Handys aus

Siemens will Xelibris auch mit Farbbildschirm anbieten
Kinderkrankheiten bremsen MMS-Handys aus

Im Grunde dürfte es die Schwierigkeiten gar nicht mehr geben: "Das Problem ist zu 80 % gelöst", sagt Niklas Savander, Senior Vice President der Softwaresparte von Nokia im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Das Problem ist also fast gelöst, aber das ist noch nicht zufriedenstellend." Es handelt sich um die Möglichkeit, Textnachrichten inklusive Bild und Ton zwischen den Mobilfunknetzen und Geräten unterschiedlicher Hersteller hin und her zu schicken. Bisher kommen solche Nachrichten, kurz MMS genannt, häufig zerstückelt an. Die Interoperabilität sei noch nicht gegeben, sagen Experten.

CANNES. Solche Kinderkrankheiten auszumerzen, das steht derzeit ganz oben auf der Agenda der Handyhersteller - mit dem Ziel, den Verkauf von Mobiltelefonen anzukurbeln. "Wir müssen die technischen Barrieren niederreißen, damit neue Dienste wie MMS abheben", sagt Katsumi Ihara, Chef des Handy-Joint- Ventures Sony Ericsson.

Die Lösungen dafür zeigen die Unternehmen auf dem Mobilfunkkongress in Cannes. Sie demonstrieren live, dass das MMS-Verschicken auch reibungslos funktionieren kann. "Auf den dafür notwendigen technischen Standard haben sich die Beteiligten geeinigt. Er muss aber noch in die Geräte implementiert werden", sagt Savander von Nokia.

Angebote wie MMS gelten als Test für weitere Dienste, die mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS eingeführt werden und die Umsätze der Branche antreiben sollen. In Deutschland haben die großen Mobilfunker MMS vor mehr als einem halben Jahr eingeführt. Bisher sind mehr als 3 Millionen solcher Nachrichten verschickt worden. Zum Vergleich: Die Deutschen verschickten im vergangenen Jahr mehr als 23 Milliarden klassische Textnachrichten (SMS).

Es sind aber nicht nur technische Probleme, die bei MMS noch gelöst werden müssen: "Die Netzbetreiber müssen sich über die finanziellen Fragen einigen: Wer bekommt welchen Anteil der Gebühren, wenn die MMS beispielsweise von einem Land ins nächste verschickt wird", sagt Bob Schukai, Manager bei der Handysparte von Motorola. Heute handele es sich dabei noch um kleine Summen. In einigen Jahren würden es aber Millionenbeträge sein.

Um den Handyabsatz zu beflügeln, fahren die Hersteller aber mehrgleisig. So setzt Siemens beispielsweise mit der neuen Modellreihe "Xelibri" auf einen neuen Vertriebsweg. Die Geräte sollen nicht - wie bisher üblich - in den Geschäften der Netzbetreiber wie Vodafone verkauft werden, sondern in Modeboutiquen und Flughafenshops. Es soll zudem nur eine begrenzte Anzahl an Verkaufsstellen und Handys geben. "Wenn die Sammelwut der Menschen anfängt und es richtig läuft, wird es eine künstliche Verknappung der Xelibri-Geräte geben", sagt Lothar Pauly, Vorstand bei Siemens Mobile, dem Handelsblatt. Noch stehe aber weder die Anzahl der Verkaufsstellen, noch die der produzierten Geräte fest. Nur soviel sei klar: "Wir werden die Geräte auf modegetriebenen Märkten verkaufen, aber dort auch nicht flächendeckend, sondern nur in den Metropolen", sagt Pauly. Dazu gehören Städte wie London, Rom, Mailand, Paris, Hongkong und Singapur.

MMS werden sich damit nicht verschicken lassen. Der Xelibri-Kunde wird zunächst nur telefonieren und Textnachrichten verschicken können. Pauly: "Wir werden die Funktionalitäten aber anreichern und schon im Herbst Xelibris mit Farbbildschirm anbieten, aber es wird immer eine kostengünstige Technologie bleiben."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%