Signal für neuen Kurstrend
Pessimisten und Optimisten tauschen die Rollen

Trendwende an den Märkten? Darauf könnte deuten, dass prominente Bullen zu Pessimisten mutieren, Bären hingegen plötzlich Optimismus verbreiten.

tmo FRANKFURT/M. Der Streit zwischen "Bären" (Pessimisten) und "Bullen" (Optimisten) unter den Bankexperten nimmt eine überraschende Wende: Der langjährige Bär und Chefstratege der Dresdner Bank-Tochter - Kleinwort Wasserstein, Albert Edwards, fühlt sich mit seinem Pessmismus nicht mehr recht wohl. Dagegen hat der bislang optimistische Chefstratege der Deutschen Bank, Pascal Constantini, seinen Ton in der jüngsten Studie merklich gedämpft. Auch die lange positiv gestimmten Strategen der Commerzbank haben ihren Optimismus zuletzt gezügelt.

Wenn Pessimisten und Optimisten die Seite wechseln, lässt sich daraus zweierlei ableiten: Zum einen spiegelt die wacklige Haltung der Top-Strategen wider, dass viele Investoren stark verunsichert sind. Zum anderen kündigt das "Umkippen" exponierter Börsenauguren oft auch auf eine Trendwende an den Märkten an. Fragt sich nur, ob die Aktienkurse aus ihrem Seitwärtstrend nach oben oder unten ausbrechen.

"Wir glauben, dass aufkeimende Inflationssorgen im besten Fall das Anstiegspotenzial begrenzen und im schlimmsten Fall eine niedrigere Bewertung erzwingen", schreibt der gewendete Bulle Constantini in seinem neuesten Marktkommentar. Dresdner-Stratege Edwards erklärt dagegen in seiner aktuellsten Studie, dass er derzeit "ernsthaft über eine aktien-freundlichere Haltung nachdenkt". Bislang gab Edwards sicheren Anleihen den Vorzug gegenüber Aktien.

Psychologisch orientierte Investoren, etwa der verstorbene Altmeister André Kostolany, werten Analystenstimmen oft als Kontra-Indikator. Nach dem Motto: Tue stets das Gegenteil von dem, was die Experten empfehlen. Dresdner-Stratege Edwards hat diese Erfahrung gemacht: "Ein Großinvestor sagte mir: Wenn der letzte Bär optimistisch wird, dann gehen die Kurse bald runter?", erzählt Edwards. Andererseits weist die jüngste Warnung des einstigen Optimisten Constantini in die umgekehrte Richtung.

Am Ende müssen die Anleger eben doch selbst entscheiden, wem sie trauen.

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