Sihler: Halbjahr im Rahmen der Erwartungen
Telekom: Teilrückzug aus dem Ausland denkbar

Der Interims-Chef der Deutschen Telekom, Helmut Sihler, rechnet für das erste Halbjahr 2002 bei dem Unternehmen mit einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen. Zudem stellte Sihler in einem Zeitungsinterview für das Festnetzgeschäft die Internationalisierungstrategie in Frage.

Reuters FRANKFURT. "Die Ergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen", sagte Sihler in einem vorab veröffentlichten Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe) mit Blick auf die für den 21. August geplante Veröffentlichung der Halbjahreszahlen. Sie belegten, dass das Basisgeschäft der Telekom ordentlich verlaufe. Auf die Frage, auf welchen Geschäftsfeldern die Auslandsengagements der Telekom zur Disposition stünden, sagte Sihler, dass das Festnetzgeschäft "im Kern nicht internationalisierbar sei". Hingegen müsste T-Systems, das Geschäft mit den Großkunden, auf jeden Fall weltweit aufgestellt sein. Im Mobilfunkgeschäft sei die Telekom mit der Internationalisierung sehr weit.

Zur US-amerikanischen Mobilfunktochter Voicestream sagte Sihler, das Unternehmen sei beim Marktanteil nur die Nummer sechs. "Diese Situation muss überdacht werden." Sihler war nach dem Abgang von Ron Sommer am 16. Juli für eine Übergangszeit von sechs Monaten an die Spitze des Unternehmens berufen worden. Derzeit habe man noch keinen Nachfolger für ihn gefunden, sagte er. Der neue Vorsitzende müsse allerdings kein Spezialist "für die gesamte Telekommunikation" sein. Auch ein Manager aus dem Ausland sei denkbar.

Sihler bekräftigte das Ziel der Telekom, die Nettoverschuldung bis Ende 2003 auf 50 Mrd. Euro abzubauen. "Bei 50 Mrd. Euro würden wir etwa eine Mrd. Euro Zinsen sparen." Derzeit ist die Telekom mit rund 67 Mrd. Euro verschuldet.

Für das Halbjahresergebnis erwarten 18 von Reuters befragte Analysten im Durchschnitt einen Zuwachs bei operativem Ergebnis und Umsatz. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf materielle und immaterielle Vermögensgegenstände (Ebitda) liegt den Erwartungen zufolge bei 7,817 (Vorjahreszeitraum: 7,239) Mrd. Euro. Der Umsatz beträgt gemäß den Voraussagen 25,800 (VJ: 22,468) Mrd. Euro.

Für das zweite Quartal rechnen die Analysten beim bereinigten Ebitda mit einem Zuwachs auf 3,994 (Vj: 3,617) Mrd. Euro und beim Umsatz mit einem Anstieg auf 13,031 (Vj: 11,386) Mrd. Euro. Die Telekom wird voraussichtlich am 21. August über die Entwicklung im ersten Halbjahr 2002 berichten.

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