Silber für deutsches Tischtennis-Team
Boll ohne Chance in der Höhle des Drachen

In der Höhle des Drachen sind Timo Boll und seine Kollegen bei ihrem Griff nach Olympia-Gold an ihre Grenzen gestoßen. Das Europameister-Team verlor als krasser Außenseiter das Tischtennis-Traumfinale in Peking klar mit 0:3 gegen Weltmeister China und konnte die bereits sichere Silbermedaille nicht veredeln.

HB PEKING. Zwei Satzgewinne des Weltranglisten-Sechsten Boll im Einzel und mit Christian Süß im Doppel waren am Montag im Hexenkessel des University Gymnasium die magere Ausbeute für die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Das reichte nicht, um den frenetisch gefeierten Chinesen die fest eingeplante Goldmedaille zu entreißen.

Das Düsseldorfer Trio Timo Boll, Dimtrij Ovtcharov und Christian Süß probierte die komplette Schlagarten-Palette aus: Raffinierte Aufschläge, rasante Topspins und knallharte Schmetterbälle. Doch entweder prallten die Bälle von der „chinesischen Mauer“ zurück, oder den Chinesen gelangen noch bessere Schläge. Zudem bildeten 8000 Fans, die noch im Halbfinale mehrheitlich das DTTB-Team angefeuert hatten, eine zweite akustische Wand. Ohrenbetäubender Lärm, rhythmisches Klatschen und der unermüdliche Ruf „jia you“ (Gib Gas) peitschte Chinas Vorzeigeathleten immer wieder nach vorn.

Die deutschen Schlachtenbummler waren kaum zu hören. „Wir haben nur neun Karten erhalten“, berichtete DTTB-Präsident Thomas Weickert. Auch das Daumendrücken des in den deutschen Farben geschminkten Ex- Sporthilfe-Chefs Hans Wilhelm Gäb half nichts. Gegen die schnelle Rückhand des Weltranglisten-Ersten Wang Hao fand der 19-Jährige Ovtcharov im Auftakteinzel kein Gegenmittel. Die klare Drei-Satz- Niederlage durchkreuzte den Plan von Bundestrainer Richard Prause, die Chinesen von Beginn an unter Druck zu setzen.

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