Silber für Rupprath und Samulsk
Goldrausch: Franzi mit Staffel zum zweiten Titel

Deutschlands Schwimmer sind weiter im Goldrausch. Franziska van Almsick kraulte in Berlin mit Petra Dallmann, Alessa Ries und Hannah Stockbauer einen Tag nach Staffel-Weltrekord über 4 x 100 m Freistil auch über 4 x 200 m der Konkurrenz davon.

HB BERLIN. 7:59,07 Minuten - in Weltjahresbestzeit Europameister vor Spanien. "Franzi": "Besser geht's gar nicht." Stev Theloke eroberte mit Europarekord in 54,42 Sekunden den Titel über 100 m Rücken. Thomas Rupprath und Daniela Samulski holten über 50 m Schmetterling Silber. Anke Piper sprang mit 30 in ihrer Heimatstadt sensationell zu Gold vom Turm.

Ralf Beckmann, Cheftrainer Schwimmen, war begeistert: "Das Publikum treibt uns nach vorne. Der Rückenwind macht alle stark." Und dann warnte er: "Wir müssen bremsen, damit wir wieder Gas geben können für neue Erfolge." Den ersten Einzel-Weltrekord von Berlin markierte die Schwedin Anna-Karin Kämmerling mit 25,57 Sekunden über 50 m Schmetterling.

Franziska van Almsick und die deutschen Power-Frauen hielten souverän Gold-Kurs. Sie ließen sich vom Vortages-Triumph nicht blenden. "Franzi" brachte den Sieg als Schlussschwimmerin vor über 2000 Fans nach Hause. Sie hätte die ganze Welt umarmen können. Unter Ohren betäubendem Lärm kletterte das Quartett wieder an Land. "Wir sind ein tolles Team", jubelte Franziska van Almsick, "das war der Beweis, dass wir als Mannschaft unheimlich stark sind." Und Alessa Ries bekannte: "Ich hatte vorher total Angst. Dafür ist es jetzt mit dem Titel um so schöner. Es ist super, es ist echt unbeschreiblich." Petra Dallmann: "Wir konnten absolut sicher schwimmen, weil Franzi kommt und hinten einen raushaut." Hannah Stockbauer: "Es beflügelt einen total, wenn die ganze Mannschaft hinter einem steht."

Theloke mit Europarekord

"Ich bin total happy." Europarekordmann Theloke aus Chemnitz hatte sich über 100 m Rücken in 54,42 Sekunden selbst überrascht. Gold. "Klasse." Der WM-Dritte Steffen Driesen verfehlte als Vierter Bronze um 4/100. Schwimm-Profi Rupprath musste über 50 m Schmetterling in 23,78 Sekunden nur Europarekordler Jere Hard (23,50) aus Finnland den Vortritt lassen. "Super, eine Medaille, das ist Weltklasse", sagte der Wuppertaler, "jetzt ist der Druck weg."

Die Berlinerin Daniela Samulski schwamm über 50 m Schmetterling in 26,86 Sekunden im dritten Rennen zum dritten deutschen Rekord und wurde mit Silber belohnt. "Es hat sich gelohnt, dass ich so viel Starts geübt habe." Die Schwedin Kämmerling musste schon Weltrekord schwimmen, um sie zu schlagen.

Beckmann trat in der Gold-Stimmung auf die Euphoriebremse: "Mit jedem Erfolg steigt die Leistungserwartung, steigt der Druck. Die starken Tage liegen noch vor uns, und da wollen wir nicht einknicken. Es darf nicht die geringste Nachlässigkeit geben."

Piper-Sieg vom Turm

Die Rechtsanwaltsfachangestellte Anke Piper hatte im Mai schon ihre Laufbahn beenden wollen. Aber sie ließ sich noch einmal überreden. Der Lohn war Gold. Die Berlinerin weinte Freudentränen: "Ich habe heute gezeigt, dass ich noch springen kann."

Franziska van Almsick geht an diesem Mittwoch über 100 m Freistil erstmals alleine ins Finale. Im Halbfinale verfehlte sie in 54,48 Sekunden nur knapp den deutschen Rekord und zog souverän als Schnellste mit Petra Dallmann in den Endlauf ein. Absolute Priorität hat für "Franzi" aber das 200-m-Rennen am Samstag: "Ich werde mir ein Bein ausreißen."

Über 200 m Lagen der Männer war für den Olympiasieger, Weltmeister und Titelverteidiger Massimiliano Rosolino der Wettbewerb schon nach dem Vorlauf beendet. Der Italiener wurde wegen falschen Beinschlags disqualifiziert. Christian Keller und Jens Kruppa zogen in das Finale ein wie Simone Weiler über 100 m Brust. Sang- und klanglos im Vorlauf über 100 m Kraul verabschiedete sich Stephan Kunzelmann einen Tag nach dem Gewinn des EM-Titels mit der Freistil-Staffel.

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