Silber über 10 Kilometer für Christian Hein und Angela Maurer
Langstreckler eine Medaillen-Bank

WM-Silber für Angela Maurer und Christian Hein: Deutschlands Langstrecken-Schwimmer sind bei den Weltmeisterschaften in Barcelona eine Medaillen-Bank. Als Titelverteidigerin Britta Kamrau am Mittwoch über zehn km im Endspurt die Luft ausging, sprang Angela Maurer ein.

HB/dpa BARCELONA/PALMA DE MALLORCA. "Super", sagte die Wiesbadenerin, "damit hatte ich nicht gerechnet." Der 20 Jahre junge Hein schwamm nach Platz zwei über fünf km mit Löwenmut zu seiner zweiten Silber-Medaille: "Das war ein einziges Gekloppe. Ich bin sehr froh, dass ich hier angekommen bin."

Während Angela Maurer den Jubel in der Menge genoss, vergoss Britta Kamrau als Fünfte bittere Tränen und flüchtete in die abgeschottete Athleten-Zone. "Ich bin enttäuscht", sagte die Bronzemedaillen-Gewinnerin über fünf km, "mir hat im Endspurt die Kraft gefehlt. Ich war müde." Die Italienerin Viola Valli holte sich ihren zweiten Titel. Bei den Männern sicherte sich der russische Europameister Wladimir Djattschin souverän den Titel über zehn km.

Mit Blessuren reisen die Schwimmer an diesem Donnerstag aus dem Trainingslager auf Mallorca nach Barcelona an. Doppel-Weltmeisterin Hannah Stockbauer verstauchte sich vier Tage vor ihrem ersten WM- Start am Sonntag über 400 m Freistil bei einem Staffelwechsel Finger der linken Hand und muss eine Plastikschiene tragen. "Das tut ganz schön weh, aber es geht schon wieder", sagte sie nach der Behandlung im Krankenhaus. Rückenschwimmer Toni Helbig musste an der linken Hand genäht werden, nachdem ein Glastisch unter ihm zusammengekracht war. Die WM-Starts beider sollen aber nicht gefährdet sein.

Angela Maurer zeigte Biss, blieb hartnäckig an den Fersen ihrer Freundin. "Ich wusste: Wenn ich an Viola dran bleibe, bin ich sicher", sagte die 27 Jahre alte Verwaltungsfachangestellte. "Ich bin ja nicht so spurtstark. Aber jetzt habe ich gemerkt, dass ich doch ganz gut bin. Das lässt mich hoffen für die 25 Kilometer." Am Samstag will sie mit Britta Kamrau wieder angreifen.

Die entthronte Titelverteidigerin war am Boden zerstört. "Ich wollte gerne eine Medaille. Die letzten drei Kilometer waren sehr schnell, da war ich nicht mehr frisch genug." Bundestrainer Christian Bartsch versuchte, sie zu trösten: "Das Mädel hat alles gegeben, sie hat gekämpft bis zum Umfallen. Wenn man in diesem Klassefeld Fünfte wird, ist das keine Schande." Womöglich war es falsch, Britta Kamrau einen Dreifach-Start zuzumuten.

Hein wollte nach Gold greifen. "Ich dachte, ich kann den Djattschin halten, aber er war dann doch zu stark", sagte der Student aus Würzburg. "Ich bin sehr froh, dass ich wieder Silber gewonnen habe. Der Wiesbadener Andreas Maurer hatte mit der Entscheidung nichts zu tun.

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