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Silberpfeile wieder auf KursDPA-Datum: 2004-07-12 13:24:01

Silverstone (dpa) - Die Silberpfeile wittern Morgenluft - doch Michael Schumacher bastelt schon am neuen Ferrari für 2005.

Silverstone (dpa) - Die Silberpfeile wittern Morgenluft - doch Michael Schumacher bastelt schon am neuen Ferrari für 2005.

Während Mclaren-Mercedes auf ein versöhnliches Saisonende baut und nach dem geglückten Comeback in Silverstone dem Rekord-Weltmeister wenigstens die frühe Feier zum siebten Titel verderben will, wird in Maranello bereits mit Hochdruck am «Projekt WM-Titel Nummer acht» gearbeitet. «Wir schlafen nicht und arbeiten, denn wir lieben die Siege», kündigte der Fast-Weltmeister an. Sein Technikchef Ross Brawn stoppte die Entwicklung für den aktuellen Rennwagen F2004: «Wir haben schon mit der Arbeit am Auto für das kommende Jahr begonnen.»

Beide WM-Titel sind Schumacher und Ferrari praktisch nicht mehr zu nehmen. «Vielleicht können wir es ihm ein wenig schwerer machen», hofft Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Nach dem ersten Podestplatz der Saison durch den auf Rang zwei hinter Schumacher gefahrenen Vize- Weltmeister Kimi Räikkönen war die Welt beim britisch-deutschen Team wieder in Ordnung. «Wir haben noch einiges in der Röhre und hoffen bis Hockenheim noch einen großen Schritt machen zu können», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Der beinahe schon unglaubliche Siegeszug von Michael Schumacher lockt unterdessen die Formel-1-Fans in Scharen vor den Fernseher. Bis zu elf Millionen TV- Zuschauer in der Heimat sahen auf RTL den zehnten Saisonsieg Schumachers im elften Rennen und bescherten dem Sender einen Marktanteil von über 50 Prozent. Die englische Zeitung «Daily Mirror» sah die «Größte 'Schu' auf Erden.» Spaniens «El País» verglich Schumacher mit «einem Außerirdischen, der mit seiner mentalen Kraft und seinen hellseherischen Fähigkeiten den Verlauf jedes Rennens voraussehen kann».

«Nun zahlt sich all die harte Arbeit aus, die alle in der Fabrik geleistet haben. Wir haben nie nachgelassen», meinte Schumacher nach seinem 80. Karriere-Erfolg. «Jetzt habe ich meine Silverstone-Bilanz ein wenig aufgebessert. Vor diesem Rennen bekam ich ja ständig erzählt, wie selten ich hier gewonnen habe. Ich denke, als nächstes muss ich jetzt meine Hockenheim-Bilanz aufbessern», stellte der 35- Jährige auf seiner Homepage fest.

Doch beim Großen Preis von Deutschland am 25. Juli wollen auch die Silberpfeile glänzen. Das Heimspiel wird zur Nagelprobe für den neuen Wagen MP4-19B. «Das war ein prima Start, denn wir fahren ja erst das zweite Rennen mit dem Auto», jubelte Räikkönen, der bald seine Freundin Jenni heiraten wird. Nach acht Ausfällen in zehn Rennen bescherte Silverstone dem britisch-deutschen Team das so dringend ersehnte Erfolgserlebnis. «Das war eine harte Schule», sagte Haug und bekannte: «Ich bin manchmal dagestanden und habe gedacht, es kann nicht sein.» Vorstand Hubbert stellte fest: «Unsere Leute haben in den letzten Monaten gelitten wie die Hunde.»

Mclaren-Mercedes hat aufgeholt, doch auf dem Niveau von Ferrari ist das Team noch lange nicht. Für seine schnellste Runde in Silverstone benötigte der Rekordweltmeister 1:18,739 Minuten - Räikkönen fuhr in 1:19,554 acht Zehntelsekunden langsamer.

Im Titelkampf ist die Wende für Mclaren-Mercedes allerdings zu spät gekommen, denn WM-Spitzenreiter Schumacher (100 Punkte) ist in den letzten sieben Saison-Rennen praktisch nur noch von seinem Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello (74) und rein theoretisch auch noch von BAR-Honda-Pilot Jenson Button (53) sowie den Renault - Fahrern Jarno Trulli (Itlaien/46) und Fernando Alonso (Spanien/33) einzuholen. Der Rekord-Weltmeister kann den Champagner also schon kalt stellen.

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