„Simak ist kein Klosterschüler“
Calmund vollendet neues "Bayer-Werk"

Als letzte Neuverpflichtung für die Ära nach Michael Ballack und Ze Roberto präsentierte der Champions-League-Finalist den Tschechen Jan Simak.

dpa LEVERKUSEN. Das "Bayer-Werk" für die Bundesliga-Saison 2002/2003 ist vollendet, Leverkusens Fußball steht mit sechs neuen Spielern vor dem Aufbruch in die Zukunft. Als letzte Neuverpflichtung für die Ära nach Michael Ballack und Ze Roberto präsentierte der Champions-League-Finalist den Tschechen Jan Simak. "Wir sind sehr froh, dass wir den Wunschspieler unseres Trainers nach Leverkusen holen konnten", sagte Bayer-Manager Reiner Calmund nach dem Blitz- Transfer, für den Bayer rund sechs Millionen Euro an den künftigen Liga-Konkurrenten Hannover 96 zahlen muss.

Der 23-jährige Simak ist nach dem Brasilianer Franca sowie Hanno Balitsch vom 1. FC Köln, Christoph Preuß (Eintracht Frankfurt), Daniel Bierofka (TSV 1860 München) und Franca-Landsmann Juan der sechste und letzte Neuling unterm Bayer-Kreuz. Calmund verspricht sich von dem Torjäger (18 Zweitliga-Saisontreffer) viel: "Er ist ein brillanter Spieler." Dass der Tscheche zu Eigenmächtigkeiten neigt, nimmt ihm der Manager nicht übel: "Er ist zwar kein Klosterschüler, aber wir haben uns mit ihm über unsere Spielregeln klar verständigt."

"Juan" Silveira dos Santos (23), der ebenfalls am Montag für rund 3,5 Millionen Euro vom fast insolventen Traditionsclub Flamengo Rio de Janeiro geholt wurde, könnte in den Bayer-Planungen eine Doppel- Rolle spielen: Er soll Jens Nowotny (Kreuzbandriss) bis zu dessen endgültiger Rückkehr in das Team des deutschen Vizemeisters ersetzen - und später vielleicht Lucio. Denn dessen Zukunft in Leverkusen ist weiter unklar. Der brasilianische Nationalspieler äußerte sich im WM- Quartier des viermaligen Weltmeisters am Dienstag widersprüchlich. "Mit Blick auf die Sprache und die kulturellen Unterschiede gibt es nichts Schlechteres als Deutschland. Aber ich fühle mich bei Bayer trotzdem sehr wohl", sagte Lucio. Er schloss einen Wechsel nach Spanien (Real Madrid und FC Barcelona haben großes Interesse) nicht aus, auch wenn ein Club-Wechsel nicht unmittelbar bevor stehe. Calmund reist an diesem Mittwoch nach Asien - und dabei könnte auch ein - millionenschwerer - Lucio-Transfer im Aufgabenkatalog stehen.

Bei Juan sprach Calmund von einem "Schnäppchen". Der junge Abwehrspieler, den Bayer schon seit vier Jahren im Visier hat, ist deshalb so preiswert, weil Flamengo nach Angaben des Bayer-Managers kaum noch die Gehälter zahlen kann und dringend Geld benötigt. "Er ist für uns eine absolute Verstärkung", urteilte Calmund - vielleicht schon mit dem Hintergedanken, dass Lucio von der WM in Asien erst gar nicht mehr nach Leverkusen zurückkehrt.

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