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"Simisocialismo"

In Mexiko gibt es viele Menschen mit sehr viel Geld. Die meisten machen sich damit ein schönes Leben und kümmern sich nicht um die rund 50 Millionen Mexikaner, denen es oft am nötigsten fehlt.

In Mexiko gibt es viele Menschen mit sehr viel Geld. Die meisten machen sich
damit ein schönes Leben und kümmern sich nicht um die rund 50 Millionen
Mexikaner, denen es oft am nötigsten fehlt. Es gibt aber auch Reiche wie Victor
González Torres, besser bekannt als "Dr. Simi." Der 58-Jährige Millionär hat sein
Vermögen mit Pharmalabors und seit rund acht Jahren vor allem mit Apotheken
gemacht, die Generika verkaufen. "Farmacias Similares", etwa "Apotheken mit
ähnlichen Medikamenten" bieten Medizin oftmals zu Preisen an, die mehr als halb so
hoch sind wie die der Arzneien in herkömmlichen Apotheken. Pro Jahr setzt
"Dr. Simi" rund 600.000 Dollar um in seinen mehr als 3000 Apotheken.

Aber der Verkauf von Generika ist nicht nur ein gutes Geschäft für González.
Er sieht es auch als eine Art von Gesundheitspolitik. Er will daraus ein
flächendeckendes Netz in ganz Lateinamerika machen, damit die Armen, denen es oft
an jeglicher Gesundheitsversorgung fehlt, Zugang zu günstigen Medikamenten
haben. Im Moment sind seine "Farmacias Similares" schon in allen Staaten
Zentralamerikas, Ecuador, Kolumbien sowie in Chile und Argentinien vertreten.
"Gesundheit ist ein Menschenrecht und kennt keine Grenzen", argumentiert González, der
sich selbst als einen moderaten Linken bezeichnet. Seine politischen Vorbilder
sieht er in den Präsidenten Argentiniens oder Brasiliens, Néstor Kirchner und
Lula da Silva. Seine Politik hat er daher auch den "Simisocialismo" genannt.
Am Anfang hätten ihm die großen Pharmakonzerne das Leben schwer gemacht, aber
inzwischen würden sie ihn in Ruhe lassen.

Mittlerweile begnügt sich Dr. Simi aber nicht mehr mit dem Verkauf von
Generika. Vor ein paar Tagen eröffnete er in Chiapas, einem der ärmsten Staaten im
Süden Mexikos, eine kleine Gesundheitsstation in einem Gebiet, das in der
großen Mehrheit von Indios bewohnt wird, die oftmals in ihrem Leben noch keinen
Arzt gesehen haben. In diesen Gesundheitsstationen, die in sehr abgelegenen
Gebieten aufgebaut werden sollen, werden künftig Allopathen und Ärzte arbeiten, die
traditionelle Medizin praktizieren.

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