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Simitis fordert schnelle gesetzliche Regelung zur Stammzellenforschung

Das Klonen eines menschlichen Embryos in den USA wird die deutsche Debatte über das Thema außerordentlich beeinflussen. Diese Meinung vertrat Spiros Simitis, Vorsitzender des Nationalen Ethikrates, gegenüber dem Handelsblatt (Dienstagausgabe).

HB DÜSSELDORF. "Die Entscheidung in den USA zeigt, dass wir nicht in der Lage sind uns ein genaues Bild zu machen, wo an was geforscht wird. Sie zeigt zudem, dass die Regelung des US-Präsidenten George Bush, die Förderung der Stammzellenforschung auf bereits bestehende Stammzelllinien zu beschränken, nicht ausreicht", betonte Simitis.

Bush konzentriere sich ganz auf den öffentlichen bzw. öffentlich geförderten Sektor. Das täusche eine Lösung nur vor: "Es kann keine Regelung geben, die nicht mit gleichen Maßstäben auch Experimente im privaten Bereich einschließt. Im Übrigen hat sich gezeigt, dass wir mit nationalen Regeln nicht mehr auskommen, sondern eine internationale Abstimmung brauchen."

Der Vorsitzende des Ethikrates wies darauf hin, dass die Vorschläge von Wissenschaftministerin Edelgard Bulmahn, Arbeiten an importierten Stammzellen zu registrieren, nicht ausreicht. "Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, der auch Privatfirmen unterworfen sind. Ich verstehe die Wissenschaftsministerin in soweit, dass sie eine Gesetzesänderung noch in dieser Legislaturperiode schon aus zeitlichen Gründen für sehr schwierig hält", sagte Simitis.

Ihre Vorschläge seien deshalb Brücken bis zu einer gesetzlichen Regelung. "Aber vor dem Hintergrund der selbst für Forscher überraschenden Nachrichten aus den USA zeigt sich, dass wir gar nicht mehr die Zeit haben, uns einen Überblick zu verschaffen. Der Gesetzgeber muss schnell und klare Anweisungen geben, was erlaubt und was verboten sein soll."

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