Single des Gewinners wird blind vorbestellt
Superstar ist reine Geldmaschine

Wer auch immer am Ende in der RTL-Kultsendung zum Superstar gekürt wird, ein Gewinner steht schon fest.

DÜSSELDORF. Der Rummel um die "Superstars" erreicht seinen Höhepunkt: Wenn Alexanders Stimme bis Samstag wieder mitmacht, und davon gehen eigentlich alle Beteiligten aus, werden voraussichtlich mehr als 15 Mill. Menschen an den TV-Geräten das Finale der Musikshow "Deutschland sucht den Superstar" im Coloneum in Köln mitverfolgen.

Doch egal wer am Ende Superstar wird - ein Gewinner steht schon fest. Simon Fuller, Erfinder des Showformats, verdient bei der gesamten Vermarktung der Show mit. Als Lizenzgeber bekommt er Prozente von den TV-Einnahmen und ist an den Plattenverkäufen beteiligt. Selbst an den Einnahmen der Telefonabstimmungen verdient er. Und er hat Optionen auf Management- und Verwertungsverträge mit den Siegern.

Ein warmer Regen ist die Superstar-Hysterie auch für das Bertelsmann-Musikgeschäft BMG. Gegen Widerstände im eigenen Haus und der Gütersloher Konzernzentrale stieg Deutschlandchef Thomas Stein sogar selber in den Ring und setzte sich in die Auswahljury.

Der Erfolg gab ihm im Nachhinein recht. Von der Single "We have a dream" wurden seit Ende Dezember fast eine Million Stück verkauft, das Album "United" mir den zehn Finalisten ging seit Mitte Februar über eine Million mal über die Ladentheke. Darauf ist Stein besonders stolz: "Auf die Idee mit dem Finalistenalbum sind die Briten gar nicht gekommen". Dort lief die Superstar-Show zuvor.

Für BMG gehört "Superstar" aber nicht nur wegen der Plattenverkäufe zu den erfolgreichsten Projekten der letzten Zeit. Ein Novum ist, dass mit der Schwestergesellschaft RTL ein Joint Venture für das Projekt gegründet wurde. Beide Unternehmen teilen sich Risiken und Erträge. Der TV-Sender RTL ist also nicht nur - wie Fuller - an den Einnahmen beteiligt, sondern trägt auch die Kosten zur Hälfte.

Wie viel der Superstar-Rummel allen Beteiligten letztlich insgesamt einbringen wird, steht noch in den Sternen. Fest steht nur, dass es "viel" sein wird. BMG und RTL denken bereits über eine zweite Staffel nach. Ein Problem wird sein, die Medienhype um die "alten" Superstars aufrecht zu erhalten, während bereits neue gekürt werden. Wie das geht, hat Konkurrent Universal Music zusammen mit RTL 2 bewiesen. Sie schafften das Kunststück, nicht nur die "No Angels" aufzubauen, sondern auch noch die Retortenband "BroSis" in die Charts zu hieven, ohne No Angels zu verlieren.

Doch bis dahin ist noch viel Zeit. Jetzt kommt am 17. März erst einmal die Single des Gewinners auf den Markt. Und dafür liegen bereits über 500 000 Bestellungen aus dem Handel vor. Wer immer es auch sein mag.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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