Sinkende Erträge aus Kapitalanlagen
Allianz Leben senkt Überschussbeteiligung

Der Marktführer Allianz Leben will seine Überschussbeteiligung für Lebensversicherungen 2003 deutlich senken. "Der Vorstand entscheidet am Mittwoch über die endgültige Zahl", sagte Unternehmenssprecher Eckhard Marten am Dienstag in Stuttgart.

HB/dpa STUTTGART. Zu erwarten ist jedoch eine Senkung von derzeit 6,8 Prozent auf einen Zinssatz um die 5,5 Prozent. Marten wollte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung nicht dementieren. Die mit Spannung erwartete Entscheidung gilt als Signal für die gesamte Branche, die derzeit mit den Auswirkungen der Krise auf den Kapitalmärkten zu kämpfen hat.

Große Konkurrenten der Allianz Leben wollen ihre Überschussbeteiligung für das kommende Jahr erst im Dezember bekannt geben. Das ergab eine dpa-Umfrage bei der Hamburg-Mannheimer, Volksfürsorge, HUK Coburg, AXA und BHW. Sinkende Erträge aus Kapitalanlagen lassen auch bei den Wettbewerbern niedrigere Überschussbeteiligungen erwarten. Laut Branchenangaben wird der Durchschnitt nach sieben Prozent in 2001 und sechs Prozent in 2002 auf etwa fünf Prozent im kommenden Jahr sinken.

Nach dpa-Informationen ist es unwahrscheinlich, dass der Vorstand der Allianz Leben den Vorschlag des Chef-Mathematikers für eine Senkung auf etwa 5,5 Prozent am Mittwoch noch korrigiert. Die Überschussbeteiligung ist ein Maß für die Anteilnahme der Kunden am Gewinn des Versicherungsunternehmens und wichtigster Faktor für die Rendite einer Lebensversicherung. Garantiert ist ein Mindestzins von 3,25 Prozent.

"Den Vorwurf falscher Versprechungen halten wir nicht für gerechtfertigt", sagte HUK-Coburg-Sprecher Alois Schnitzer. Die Versicherer hätten auch in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass Beispielrechnungen für die Auszahlung nach Ablauf der Vertragsdauer lediglich Hochrechnungen und keine garantierten Erträge seien, hieß es übereinstimmend bei den Unternehmen.

Die Allianz Lebensversicherungs-AG (Stuttgart) hatte ihre Überschussbeteiligung für 2002 nach sieben Jahren ohne Veränderung von 7,5 Prozent auf 6,8 Prozent gesenkt. Der Höchststand in der Nachkriegszeit lag Anfang der 90er Jahre bei 8,0 Prozent. Die Änderungen der Verzinsung gelten nicht rückwirkend, sondern nur für zukünftige Gewinnbeteiligungen.

Trotz der wachsenden Kritik am Anlageverhalten der Versicherer, die während des Börsenbooms ihre Depots kräftig aufgestockt hatten und nun Wertverluste in Kauf nehmen müssen, verzeichnet die Allianz Leben weiterhin ein lebhaftes Neugeschäft. In den ersten zehn Monaten 2002 sei mit einem Plus von bisher 30 Prozent die höchste Zuwachsrate überhaupt zu verzeichnen gewesen, sagte Unternehmenssprecher Marten.

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