Sinkende Gewinne beim Investmentbanking
Deutsche Bank erwartet ein schwieriges Jahr

In dem am Montag vorgelegten Geschäftsbericht prognostiziert das Kreditinstitut für das zweite Halbjahr 2002 eine Belebung der Weltwirtschaft, von der auch die Ertragslage profitieren dürfte. Zunächst bleibt das Geschäftsumfeld aber noch schwierig.

Reuters FRANKFURT. "Für das laufende Geschäftsjahr 2002, das wieder ein schwieriges Jahr zu werden verspricht, fühlen wir uns gut gerüstet", stellte der im Mai ausscheidende Vorstandssprecher Rolf Breuer im am Montag vorgelegten Geschäftsbericht fest.

Außerdem bestätigte das Institut weitgehend seine am 31. Januar vorgelegten vorläufigen Ergebnisse für 2001. Vor Steuern und dem Effekt aus Änderungen der Bilanzierungsmethode auf die US-Bilanzregeln (US-GAAP) brach der Vorsteuergewinn um knapp 74 % auf 1,8 Mrd. ? ein. Nach Steuern ergibt sich ein Gewinnrückgang um zwei Drittel auf 1,4 Mrd. ?.

Vor allem sinkende Erträge im Kerngeschäftsfeld Investmentbanking sowie die schwache Weltkonjunktur 2001 führten zu dem drastischen Ergebniseinbruch. Für das zweite Halbjahr 2002 prognostiziert das Kreditinstitut eine Belebung der Weltwirtschaft, von der auch die Ertragslage profitieren dürfte.

Höhere Risikovorsorge nicht ausgeschlossen

Angesichts der nach wie vor unsicheren Geschäftsentwicklung ist eine höhere Risikovorsorge im laufenden Jahr nicht ausgeschlossen. "Für die Risikosituation sieht die Deutsche Bank jedoch keine Erholung. Viele Engagements müssen weiterhin mit Sorgfalt und großer Aufmerksamkeit gemanagt werden", heißt es im Geschäftsbericht. 2001 hatte die Bank ihre Risikovorsorge im Kreditgeschäft auf 1 024 (478) Mill. ? bereits deutlich aufgestockt.

Private Banking 2001 mit Verlust

Das Investmentbanking hat trotz des empfindlichen Ertragseinbruchs 2001 mit gut 2,7 Mrd. ? - vor negativen Überleitungseffekten aus der Umstellung auf US-GAAP - den Löwenanteil zum Vorsteuergewinn des Konzerns beigetragen. Dagegen weist die Segmentberichterstattung für die zweite Konzernsäule "Private Kunden und Vermögensverwaltung" nur ein Vorsteuerergebnis von 397 Mill. ? aus. Der Bereich Private Banking, also das Geschäft mit den vermögenden Privatkunden, musste sogar einen Verlust von 52 Mill. ? hinnehmen. Dazu trug den Angaben zufolge vor allem das schwache Brokerage-Geschäft in den USA, ein Verlust in Frankreich sowie sinkende Nettoerträge aus dem Provisionsgeschäft bei.

Die Aktien der Deutschen Bank notierten am Vormittag ebenso wie der Gesamtmarkt nahezu unverändert bei 72,85 ?.

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