Sinkende Hoffnungen auf eine Erholung
Chicagoer Einkaufsmanagerindex unerwartet gesunken

Der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago ist zum zweiten Mal in Folge unerwartet gesunken. Analysten zufolge könnten anhaltende Sorgen über den Irak-Krieg das verarbeitende Gewerbe im April belastet haben. Die US-Börsen reagierten mit Kursabschlägen.

Reuters CHICAGO. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Index fiel auf 47,6 von 48,4 Punkten im März, wie die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 48,9 Punkte erwartet. Der Bericht aus Chicago dämpfte Hoffnungen auf eine Erholung der US-Konjunktur, die positive Unternehmensnachrichten und ein überraschend starker Anstieg des US-Verbrauchervertrauens im April in den vergangenen Tagen genährt hatten. Mehrere Analysten sahen den Rückgang des Chicagoer Indexes im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg.

Die Einkaufsmanager-Daten seien noch immer vom Krieg beeinflusst und daher veraltet, sagte Bill Hornbarger von AG Edwards. "Die niedrigeren Ölpreise beginnen erst jetzt, sich auszuwirken", sagte Michael Cosgrove von Econoclast. Das verarbeitende Gewerbe sollte sich daher innerhalb der kommenden Monate erholen, fügte er hinzu.

Ein Indexstand unterhalb der Marke von 50 Zählern zeigt eine Schrumpfung im Verarbeitenden Gewerbe der für die US-Konjunktur wichtigen Region im Mittleren Westen an. Da Chicago ein wirtschaftliches Zentrum in dieser Region ist, interpretieren viele Experten den Index als ein Barometer für die Produktion in dieser Region, obwohl nicht nur produzierende, sondern auch Dienstleistungsbetriebe darin enthalten sind. Der Index für neue Aufträge fiel auf 44,6 Punkte von 52,5 Zählern. Der Beschäftigungsindex fiel auf 43,7 von 45,1 Zählern und zeigt damit einen beschleunigten Arbeitsplatzabbau an. Das Barometer für die Produktion stieg auf 51,0 Zählern von 49,1 im März.

Sowohl der Standardwerte-Index Dow Jones als auch der technologielastige Nasdaq-Index gaben nach Veröffentlichung der Daten nach. Der Dow lag im Verlauf mit rund 0,4 % im Minus bei 8470 Punkten. Der Nasdaq sank um mehr als 0,5 % auf 1462 Punkte.

Einige Volkswirte glauben, dass sich aus dem Chicagoer Index Hinweise auf den für Donnerstag erwarteten Bericht des nationalen Institute for Supply Managment (ISM) ablesen lassen. Von Reuters befragte Analysten rechnen durchschnittlich mit einem Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindexes auf 47,3 von 46,2 Punkten im März.

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