Sinkende Industrieproduktion
Wachstumsaussichten für die Euro-Zone gedämpft

Ein Ende der Industrieschwäche in der Euro-Zone ist noch nicht in Sicht. Der Rückgang der Produktion hat sich im November 2001 zum dritten Mal in Folge fortgesetzt. Insgesamt erzeugte die Industrie ohne Bau, aber einschließlich Energie nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat saisonbereinigt 0,8 % weniger als im Vormonat.

ari DÜSSELDORF. In der gesamten EU betrug das Minus 0,6 %. Im Oktober war die Produktion als unmittelbare Folge der Terroranschläge in den USA besonders stark um 1,4 % geschrumpft.

Nimmt man beide Monate zusammen, war die Produktion 1,8 % niedriger als im Durchschnitt des dritten Quartals. Dies bestärkt die Bankökonomen in ihrer Erwartung, dass das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone im vierten Quartal zum vorherigen Vierteljahr geschrumpft ist. Im dritten Quartal hatte es mit einem minimalen Plus von 0,1 % praktisch stagniert. Die Volkswirte der Commerzbank und der DGZ-Deka-Bank schätzen den BIP- Rückgang im vierten Quartal auf etwa 1/4 %. Die EU-Kommission hatte Ende vergangener Woche eine Spanne zwischen -0,3 % und +0,1 % genannt, erwartet aber eine leichte Erholung im ersten Quartal 2002.

Auch zur Vorjahreszeit dürfte das Wachstum unter die 1,4 %-Rate des dritten Vierteljahres gerutscht sein. Indiz: Die Industrieproduktion verfehlt arbeitstäglich bereinigt immer stärker das Vorjahresniveau. Im November waren es 4,5 % weniger - laut Andreas Scheuerle von der type="unknownISIN" value="Deka-Bank">DGZ-Deka-Bank ist dies der stärkste Rückgang im Jahresvergleich seit Juli 1993. Dennoch sind die Konjunkturexperten der Deutschen Bank und der Commerzbank zuversichtlich, dass bereits zur Jahreswende das Schlimmste überstanden war. Sie leiten dies aus verschiedenen Stimmungsindikatoren ab, die sich teilweise schon seit November leicht erholen.

Während die deutsche Produktion tiefer sank als im Durchschnitt der Euro-Zone, konnte sich die französische zuletzt stabilisieren (Grafik). Zuwächse gab es in Portugal, Irland und den Niederlanden, noch stärkere Rückgänge als in Deutschland in Italien, Belgien und Spanien. Die Produktion von Vorprodukten, Investitions- und langlebigen Konsumgütern nahm zum dritten Mal in Folge ab. Die bis September relativ stabile Erzeugung von Verbrauchsgütern sank zum zweiten Mal - und zwar deutlich. Nur die Energieproduktion blieb wetterbedingt konstant.

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