Sinkende Nachfrage bei Hard- und Softwareprodukten erwartet
Gedämpfte Erwartungen bei US-Technologieunternehmen

Die Negativmeldungen von US-Technologieunternehmen häufen sich: Nach Motorola, Apple und Gateway senkte auch Intel seine Prognose.

Reuters NEW YORK. Der weltgrößte Computerhersteller Intel hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss eine Umsatzwarnung ausgegeben und damit die Reihe der jüngsten Negativmeldungen von US-Technologieunternehmen fortgesetzt. Wie schon zuvor Apple, Motorola und Gateway begründete auch Intel die herabgesetzen Erwartungen mit einer gedämpften Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens im Zuge der Verlangsamung des Wachstums der Wirtschaft. Am Donnerstag hatte zudem zwei Investmentbanken ihre Prognosen für den Softwarehersteller Microsoft gesenkt. Davon war auch die US-Technologiebörse Nasdaq belastet worden, die 1,6 % schwächer, aber über ihrem Tagestief geschlossen hatte. Die Intel-Aktie wurde am Freitagmorgen (MEZ) in Hongkong 1,2 % unter ihrem Vortagesschluss gehandelt.

US-Notenbankpräsident Alan Greenspan hatte am Dienstag gesagt, das US-Wirtschaftswachstum habe sich bereits substanziell abgekühlt. Dies hatte zwar einerseits zu einem deutlichen Kursaufschwung an den Börsen geführt, was von Analysten mit Spekulationen über nun möglicherweise bevorstehende Zinssenkungen begründet worden war. Allerdings waren auch die schon seit Monaten am Markt genannten Befürchtungen wiederholt worden, wonach ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum auch zu sinkenden Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen führen könne.

Intel hatte am Donnerstag nach Börsenschluss mitgeteilt, für das vierte Quartal mit einem Umsatz unter den bisherigen Planungen zu rechnen. Der Umsatz werde in etwa auf Höhe des Vorjahreszeitraums liegen, wobei auch ein Ausschlag von ein paar Prozentpunkten nach oben oder unten denkbar sei, hatte es geheißen. Die bisherigen Prognosen waren von einem Zuwachs zwischen vier und acht Prozent ausgegangen. Die herabgesetzen Erwartungen begründete Intel mit der schwächeren Nachfrage nach Computern. Weltweit habe es umfangreiche Stornierungen gegeben. "Wir glauben, was geschieht ist eine weltweite Abschwächung der Wirtschaft", hatte Intel-Finanzchef Andy Bryant gesagt. Dies betreffe jeden Ort der Welt und praktisch jedes Intel-Produkt. Im dritten Quartal hatte der Konzern 8,7 Mrd. $ umgesetzt.

Die Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers hatten zudem bereits während des Börsenhandels am Donnerstag bekannt gegeben, ihre Umsatzerwartungen bei Microsoft gesenkt zu haben. Microsoft müsse mit geringeren Software- Umsätzen im Zuge der erwarteten schwächeren Nachfrage nach Computern rechnen, hatte es dazu geheißen.

Erst am Mittwoch hatte der Mobilfunk- und Elektronik-Konzern Motorola für das vierte Quartal 2000 eine Gewinnwarnung ausgegeben und auch seine Prognosen für das kommende Jahr nach unten korrigiert. Auch diese Warnung war mit der schwächer als erwarteten Nachfrage nach Produkten des Unternehmens begründet worden. Die Aktien von Motorola hatten daraufhin am Donnerstag an der US-Börse zeitweise rund 10 % Prozent nachgegeben, am Ende ihren Verlust aber auf 0,35 % verringert. In ihrem Sog büßten auch die Aktien der Konkurrenten Nokia und Ericsson zeitweise deutlich ein.

Der Computerhersteller Apple hatte am Dienstag mitgeteilt, entgegen den bisherigen Prognosen erstmals seit 1997 einen Verlust im Quartal zu erwarten. Als Ursache dafür waren ein schwächeres Weltwirtschaftswachstum, sinkende PC-Umsätze in der gesamten Branche und hausgemachte Probleme genannt worden. Der Aktienkurs hatte daraufhin bislang in dieser Woche deutllich verloren, am Donnerstag aber unverändert geschlossen.

Experten hatten sich von der Motorola-Veröffentlichung angesichts der jüngsten Welle von Gewinnwarnungen im US-Technologiesektor nicht überrascht gezeigt. Dabei war auch zudem darauf verwiesen worden, dass die Probleme, die Motorola habe, auch andere breit aufgestellte Konzerne aus der Technologiebranche betreffen würden. Die Ausgaben der Telekomkonzerne gingen zurück und und daraus resultierten negativen Folgen vor allem für Firmen, in zwei, drei, vier oder fünf Bereichen tätig seien, hatte es bei Analysten geheißen. Solche Konzerne müssten sich dem Wettbewerb an allen Fronten stellen. "Und sie kämpfen gegen Mitspieler, die mehr fokussiert sind", hatte ein Branchenexperte gesagt.

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