Sinkende Nachfrage nach Highend-Servern und Netzwerken
Unisys will 3 000 Stellen abbauen

Der US-Computerkonzern Unisys Corp. kündigte an, rund 3 000 Stellen oder acht Prozent seiner Belegschaft abzubauen. Im Zusammenhang mit dem Stellenabbau und weiteren Aktionen werde es im laufenden vierten Quartal außergewöhnliche Belastungen von rund 200 Mill. $ vor Steuern geben.

wsj/dpa/Reuters DÜSSELDORF. Das Computer-Dienstleistungsunternehmen senkte zudem seine Gewinnprognosen für das vierte Quartal auf zehn bis 15 Cents je Aktie (ohne Sonderposten). Das Technologiegeschäft werde schwächer als erwartet ausfallen, hieß es. Analysten hatten für das Schlussquartal einen Gewinn von 21 Cents je Aktie vorhergesagt. Noch im Juli hatte Unisys einen Gewinn von 25 bis 30 Cents je Aktie für das vierte Quartal prognostiziert.

Für das dritte Quartal 2001 hat das US-Unternehmen mit Sitz in Blue Bell / Pennsylvania wegen sinkender Nachfrage nach Highend-Servern und integrierten Netzwerken einen um die Hälfte niedrigeren Gewinn als ein Jahr zuvor ausgewiesen. Eigene Prognosen und die der Analysten habe Unisys damit jedoch erreicht.

Im dritten Quartal verdiente das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 20,9 Mill. $ bzw. 7 Cents je Aktie, verglichen mit 42,9 Mill. $ oder 14 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Analysten hatten 2 bis 8 Cents erwartet, das Unternehmen selbst hatte 5 bis 10 Cents in Aussicht gestellt. Der Umsatz im dritten Quartal schrumpfte auf 1,38 Mrd. $, nachdem er im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch bei 1,69 Mrd. $ gelegen hatte. Die Gesellschaft hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 4,5 Mrd. $ umgesetzt und 119,5 Mill. $ verdient.

Als Grund für den Stellenabbau, der auch Frührentenvereinbarungen umfassen werde, gibt das Unternehmen die "zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit weltweit" an. Derzeit hat Unisys eine Belegschaft von 37 000 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits schon einmal 2 000 Stellen abgebaut.

Die Umsätze seien gegen Ende des dritten Quartals gesunken, als die Technologie-Ausgaben der Unternehmen nach den Terroranschlägen vom September zurückgegangen seien, teilte Unisys-Chef Lawrence Weinbach weiter mit. Vor allem in der Reise- und in der Finanzbranche seien viele Aufträge storniert und seither nicht wieder erneuert worden.

Ein Analyst der auf Technologiewerte spezialisierten US-Investmentbank Wit Soundview schätzt, dass Unisys von der Flaute stärker betroffen sei als andere Unternehmen. Bei den großen Konkurrenten IBM oder Electronic Data Systems Corp., die ihre Quartalszahlen in den USA ebenfalls in diesen Tagen präsentieren, erwarte er keine solch schwachen Zahlen.

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