Sinkende Rohölpreise befürchtet
Iran fordert Drosselung der Öl-Fördermenge

. Iran hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) aufgefordert, bei ihrem Treffen am 16. März eine Drosselung der Öl-Fördermenge zu beschließen.

Reuters TEHERAN/RIAD. "Iran fordert Opec auf, bei ihrem nächsten Treffen eine Förderkürzung zu beschließen", sagte der Ölminister des Landes, Bijan Zanganeh, am Sonntag nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens. Auch nicht in der Opec organisierte Förderstaaten mahnte er zu Kürzungen. In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad trafen sich unterdessen am Sonntag die Energieminister Saudi-Arabiens und des Opec-unabhängigen Mexikos im Vorfeld von Dreier-Gesprächen am Montag, an denen auch Venezuela teilnehmen wird.

Die Opec-Staaten werden voraussichtlich am Freitag in Wien über eine Drosselung der Fördermenge entscheiden. Analysten gehen davon aus, dass sie eine Drosselung um 500 000 bis eine Million Barrel (1 Barrel = 159 Liter) täglich beschließen werden. Wegen der wirtschaftlichen Abkühlung fürchteten nämlich die Förderländer sinkende Rohölpreise. Gleichzeitig wollten sie jedoch die derzeit empfindliche Weltkonjunktur nicht durch zu hohe Kürzungen belasten, weil dann auch der Verbrauch sinken würde.

"Es ist nicht richtig, dass nicht in der Opec organisierte Länder der Opec bei der Drosselung zusehen und dann von höheren Preisen profitieren", sagte der iranische Minister Zanganeh. Die genaue Größe der von ihm geforderten Drosselung nannte er nicht. Analysten gehen davon aus, dass Iran zum oberen Ende der im Gespräch befindlichen Drosselungsspanne tendiert.

Mexikos Ölminister Ernesto Martens bestätigte, dass er sich am Montag zu Gesprächen mit seinen Kollegen aus Venezuela und Saudi-Arabien treffen werde. Mexiko hatte in der jüngsten Vergangenheit Förderkürzungen abgelehnt, weil Angebot und Nachfrage derzeit ausgeglichen seien.

Das Produzententrio Saudi-Arabien, Venezuela und Mexiko war nach Einschätzung von Analysten maßgeblich für die Kürzungen in den Jahren 1998 und 1999 verantwortlich, die den Ölpreis von Tiefständen bei zehn $ pro Barrel auf historische Höchstpreise von über 30 $ getrieben hatten. Im Januar hatten die Opec-Länder bereits eine Kürzung der Fördermenge um 1,5 Mill. Barrel beschlossen, um einen Verfall der Ölpreise zu verhindern. Am Freitagabend kostete ein Barrel der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im April 26,3 $.

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