Sinkender Ölpreis:
Lebenshaltung wird billiger

Der zum Ende des Irak-Kriegs gesunkene Ölpreis hat die Lebenshaltung in Deutschland im April billiger gemacht.

HB/Reuters DÜSSELDORF/BERLIN. Von März auf April sanken die Verbraucherpreise nach endgültigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts vom Dienstag um 0,3 Prozent nach einem Anstieg von 0,1 Prozent im März. Im Jahresvergleich ging die Inflation auf 1,0 von 1,2 Prozent im März zurück. Damit revidierten die Statistiker das vorläufige Ergebnis von Ende April leicht nach unten. Auf Grund der Konjunkturflaute und des starken Euro wird die Teuerungsrate nach Einschätzung von Volkswirten noch mindestens bis zum Jahresende sehr moderat bleiben.

Öl wird billiger

Leichtes Heizöl verbilligte sich im April zum Vormonat um fast 20 Prozent, Kraftstoffpreise sanken um knapp vier Prozent. "Der Rückgang des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vormonat ist im Wesentlichen durch die Preisentwicklung bei Mineralölerzeugnissen bedingt", erklärten die Statistiker. Der Preis für Rohöl war wegen des schnellen Kriegsendes von Mitte März bis Mitte April um rund ein Viertel gesunken. Einen Einfluss der Ölpreise auf die Jahresteuerung konnte das Amt dagegen nicht feststellen: Auch ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug die Jahresteuerung 1,0 Prozent.

Der fallende Ölpreis sollte nach Ansicht von Stephan Rieke von der ING BHF-Bank die Teuerung im Mai noch einmal drücken: "Ich gehe davon aus, das die Jahresinflation im Mai auf 0,9 oder sogar 0,8 Prozent sinkt. Danach sollte der Effekt der Energiepreise auslaufen." Auf etwa diesem Niveau sollte die Teuerung seiner Ansicht nach danach bis zum Ende des Jahres verharren.

Euroanstieg bremst Teuerung

Auch der kräftige Anstieg des Euro zum Dollar sollte die Teuerung bremsen. Allerdings wird sich die Aufwertung nach Expertenmeinung langsamer bemerkbar machen als der Rückgang des Ölpreises. "Der Euro wird sicherlich seine Wirkung haben, aber das kann man nicht Eins zu Eins übersetzen. Er wirkt eher über einen längeren Zeitraum", sagte Rieke.

Für einen Inflationssprung wird dann Anfang kommenden Jahres voraussichtlich die angekündigte Erhöhung der Tabaksteuer führen, die das Preisniveau um gut 0,5 Prozentpunkte ansteigen lassen würde.

Lebensmittel billiger

Lebensmittel wurden im April im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent billiger. Dies sei überwiegend auf Preissenkungen bei Gemüse um fünf Prozent und Obst um gut vier Prozent zurückzuführen. Auch Kaffee war rund fünf Prozent billiger als im April 2002. Dagegen waren Zucker, Honig und Süßwaren um knapp fünf Prozent teurer und Fische und Fischwaren um fast drei Prozent. Bankdienstleistungen kosteten sogar acht Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sank im April im Vergleich zum März um 0,3 (März plus 0,1) Prozent und lag damit um 1,0 (1,2) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch hier revidierte das Bundesamt seine erste Schätzung leicht nach unten.

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