Sinkendes Ergebnis erwartet
Debitel verliert weiter Kunden

Der Telekommunikationsdienstleister Debitel hat im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal weitere Mobilfunkkunden verloren und rechnet für das Gesamtjahr mit einem operativen Ergebnis unter Vorjahresniveau.

Reuters STUTTAGRT. Debitel teilte am Donnerstag in Stuttgart mit, die Zahl der Mobilfunkkunden sei im Konzern durch die Abschaltung inaktiver Kunden mit Guthabenkarten auf 9,6 Millionen von 9,75 Millionen Kunden zum Ende des ersten Quartals gesunken. Bereits im ersten Quartal hatte Debitel mehrere 100 000 inaktive Kunden aus dem Bestand ausgebucht.

Die beiden in den Niederlanden und Frankreich erworbenen Unternehmen Talkline Nederland und Videlec wirken sich auf Debitel noch immer belastend aus. Es sei davon auszugehen, dass die Integrationskosten noch bis ins erste Halbjahr 2003 auf das Konzernergebnis durchschlagen würden, teilte Debitel weiter mit.

Zusammen mit anhaltendem Margendruck wird dies nach Einschätzung der Unternehmensführung dazu führen, dass das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) zum Jahresende unter dem Vorjahreswert bleibt. Zur Höhe des Vorjahreswerts machte Debitel keine Angaben. Der Umsatz werde jedoch wegen der Zukäufe im Ausland im Jahresvergleich wachsen, hieß es weiter.

Der Debitel-Konzern setzte im zweiten Quartal 685 Millionen Euro nach 620 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres um. Während die Debitel-Auslandsgesellschaften in Frankreich, Dänemark, den Niederlanden und Slowenien im zweiten Quartal lediglich ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis (Ebit) nach einem Plus von einer Million Euro im ersten Quartal lieferten, stieg das Vorsteuerergebnis im Deutschland-Geschäft auf 18 Millionen Euro nach zuvor sechs Millionen Euro.

Debitel-Chef Peter Wagner sieht für die Mobilfunkmärkte auch im zweiten Halbjahr "keine wesentlichen Verbesserungen". Die westeuropäischen Mobilfunkmärkte sind weitgehend gesättigt, was sich in stagnierenden oder sogar sinkenden Kundenzahlen niederschlägt. Wie andere Mobilfunkanbieter setzt Debitel deshalb auf neue multimediale Dienste, die zusätzliche Kundenumsätze generieren. Das entsprechende Debitel-Geschäftssegment Mobile Services verzeichnete im zweiten Quartal ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis nach einem positiven Ergebnis von zwei Millionen Euro im ersten Quartal.

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