Situation bleibt 2002 angespannt
Wacklige Kredite belasten die Deutsche Bank

Spektakuläre Kreditausfälle machen der Deutschen Bank zu schaffen. Mit 12,7 Mrd. Euro erreichen die Problemkredite jetzt einen Höchststand. In diesem Jahr muss die Bank noch mehr zurücklegen.

po FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank steht wieder vor einem schwierigen Jahr. Der deutsche Branchenprimus rechnet erneut mit einer sehr hohen Risikovorsorge für notleidende Kredite. Das wird nach Ansicht der Analysten der niederländischen Bank ABN Amro den Gewinn der Deutschen Bank erheblich drücken. Die Risikovorsorge ist Teil der Gewinn- und Verlustrechnung von Banken. Sie wird dann erhöht, wenn sich abzeichnet, dass Kredite ausfallen könnten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank die Risikovorsorge auf 1,02 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Der Gewinn brach dramatisch auf 167 Mill. Euro ein. Im Jahr zuvor hatte das Institut noch einen Gewinn von mehreren Mrd. Euro erzielt. Auch die drei anderen deutschen Großbanken, Hypo-Vereinsbank, Dresdner Bank und Commerzbank erhöhten im vergangenen Jahr ihre Risikovorsorge.

Nach Ansicht von Jochen Sanio, Präsident des Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen, erreichen die Wertberichtigungen erfahrungsgemäß rund neun Monate nach dem konjunkturellen Tiefpunkt den höchsten Stand. Die Deutsche Bank rechnet mit einer Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte. Demnach würde die Risikovorsorge der Bank in diesem Jahr sogar noch weiter steigen. Analysten schließen einen Anstieg um 20 Prozent nicht aus.

Aus dem Geschäftsbericht, den die Deutsche Bank am Montag in Frankfurt vorgelegt hat, geht hervor, dass sich die Problemkredite des Instituts auf insgesamt 12,7 Mrd. Euro belaufen. Das sind 4,9 % des gesamten Kreditvolumens. Im Vorjahr hatte die Deutsche Bank Problemkredite von 12,2 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Die Hypo-Vereinsbank stellte im vergangenen Jahr 12,9 Mrd. Euro an Krediten zinslos, das entspricht 2,6 Prozent des Kreditvolumens.

"Viele Engagements müssen weiterhin mit Sorgfalt und großer Aufmerksamkeit gemanagt werden", heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Zu den Engagements, die die Deutsche Bank mit erhöhter Aufmerksamkeit betrachtet, gehört beispielsweise der Kölner Motorenhersteller Deutz. Das Unternehmen rutschte im vergangenen Jahr weiter tief in die roten Zahlen, trotz eines Sanierungsprogramms. Im Dezember warnte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement in einem Brief an Breuer vor drohenden Liquiditäts- und Eigenkapitalengpässen. Clement bat, "im Hinblick auf den Fortbestand des Unternehmens keine Entscheidung zu treffen, ohne die Landesregierung zu beteiligen".

Die Bankschulden von Deutz belaufen sich auf rund 270 Mill. Euro. Der Großteil kommt von der Deutschen Bank, heißt es. Diese ist auch mit knapp 26 % an Deutz beteiligt. Der Marktwert der Beteiligung belief sich per 21. März auf knapp 37 Mill. Euro.

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