Situation erinnert an die Saison 1999/2000
Oben gegen den Abstieg kämpfen

Dortmund ist Sechster - Trainer Sammer spricht von schwierigen Zeiten, Manager Meier von der Champions League.

DORTMUND. Jan Koller ist ein Mann von mächtiger Statur: Zwei Meter zwei misst er, hundert Kilogramm ist er schwer. Am Mittwochabend ging der große Mann mit dem kahlen Haupt seiner Wege, blieb plötzlich stehen, schaute sich um und schüttelte den Kopf. Es schien, als hätte er - Angst. 20 Meter vor ihm tobte das Volk: 24 912 Menschen auf den 180 Stufen der Südtribüne. Sie pfiffen und schrien. Koller wusste nicht, was er davon halten sollte. Nur Christian Wörns traute sich an den Zaun und warf sein Trikot in die Masse Mensch. Dass die eigenen Fans nach dem 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern ihren Unmut äußerten, "ist mir eigentlich ziemlich wurscht", sagte der Verteidiger von Borussia Dortmund. "Wichtig ist, dass wir da rauskommen. Dann sind die Zuschauer auch wieder mit uns zufrieden."

Auch durch das unbefriedigende Spiel gegen Kaiserslautern lassen sich die Dortmunder nicht in ihrem positiven Fatalismus beirren. Es wird schon so kommen, wie es kommt - gut nämlich: Nach der Winterpause kehren die verletzten Spieler zurück. Dann haben wir wieder eine starke Mannschaft, die in der Bundesliga viele Punkte holt, und am Ende ist auch das Publikum wieder zufrieden. Manager Michael Meier hielt in der Stadionzeitschrift "Borussia aktuell" vor dem letzten Spieltag der Hinrunde an der Zielsetzung Champions League fest - obwohl der Dritte, Leverkusen, mittlerweile zehn Punkte mehr hat. In den zurückliegenden Begegnungen gegen Rostock, Mönchengladbach, Hertha und Kaiserslautern - allesamt Teams aus dem letzten Tabellendrittel - verbuchte der BVB ganze zwei Punkte.

Meier steht für die offizielle Vereinslinie, nur Matthias Sammer vertritt unbeirrt seine Minderheitsmeinung: "Die Situation ist schwieriger, als viele ahnen", sagte Dortmunds Trainer. "Ich sehe gar nicht so viele zurückkommen. Das ist das Problem." Probleme haben sie in Dortmund längst. In den vergangenen sechs Spielen hat der BVB nur drei Punkte geholt - kein anderer Bundesligist hatte in dieser Zeit eine schlechtere Ausbeute. Dass die Mannschaft auswärts verliert, haben die Leute auch deshalb hingenommen, weil der BVB diese Schwäche bisher durch seine Heimstärke kompensieren konnte. Doch den sechs Siegen zu Saisonbeginn folgten jetzt drei Unentschieden im Westfalenstadion, davon zwei gegen die Abstiegskandidaten aus Berlin und Kaiserslautern.

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