Situation stabilisiert
D-Logistics schreibt rote Zahlen

Der Logistikdienstleister D.Logistics hat im ersten Quartal 2002 rote Zahlen geschrieben, geht für das Gesamtjahr aber nach eigenen Angaben von einer positiven Geschäftsentwicklung aus.

rtr HOFHEIM. Das Jahr 2002 werde weiterhin im Zeichen der Konsolidierung der Kerngeschäftsaktivitäten und der Wiedergewinnung der Ertragsstärke stehen, teilte das im Nemax50 gelistete Unternehmen am Dienstag mit. Konkrete Prognosen für das Gesamtjahr wollte eine Sprecherin nicht nennen. Die D.Logistics-Aktie fiel um mehr als neun Prozent auf 1,91 ?.

In den ersten drei Monaten verzeichnete D.Logistics einen Fehlbetrag von 2,535 Mill. ? nach einem Überschuss von 2,179 Mill. ? im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebita) habe sich auf 2,154 (Vorjahr: 5,239) Mill. ? mehr als halbiert. Die schwache Entwicklung in den Bereichen Autmotive und Consumer Goods habe das Ergebnis im ersten Quartal unter anderem belastet. Im Vergleich zum vierten Quartal, in dem ein negatives Ebita von 3,106 Mill. ? verzeichnet worden war, verbesserte sich der Wert jedoch. Der Umsatz habe sich auf 110,74 (87,6) Mill. ? erhöht. Die Vergleichszahlen des ersten Quartals 2001 sind den Angaben zufolge um die Air-Cargo-Tochter CSC bereinigt, da diese auch im Jahresabschluss 2001 erst zum 1. April konsolidiert worden sei. Im Bericht zum ersten Quartal 2001, in dem D.Logistics einen Umsatz von 131,2 Mill. ? und einen Überschuss von 2,548 Mill. ? auswies, war CSC allerdings zum 1. Januar konsolidiert.

D-Logistics: Unternehmenssituation hat sich stabilisiert

Nach Angaben der Gesellschaft hat sich ihre Situation im ersten Quartal auf Grund von Restrukturierungs-, Produktivitätssteigerungs- sowie organisatorischen Maßnahmen im Vergleich zum vierten Quartal 2001 stabilisiert. Das defizitäre Segment IT/E-Commerce und Consulting werde in Kürze abgewickelt sein, so dass in diesem Bereich keine weiteren Folgekosten mehr zu erwarten seien. Hauptziele für 2002 seien der Ausbau des organischen Wachstums, eine planmäßige Fortsetzung der Integrationsmaßnahmen und die Fokussierung auf eine Verbesserung der operativen Rendite. Vereinbarungen mit den Banken im April 2002 hätten die Liquidität der D.Logistics-Gruppe gesichert und schafften die erforderliche Planungssicherheit für das laufende Geschäftsjahr. Die liquiden Mittel hätten sich zum 31. März auf 36,149 Mill. ? belaufen.

Vorstand überträgt Aktien

D.Logistics teilte weiter mit, Vorstand und Aufsichtsrat hätten zum 31. März 2002 rund 10,4 Mill. Aktien gehalten. Auf Vorstandschef und Firmengründer Detlef Hübner seien rund 10,1 Mill. Papiere entfallen, nach gut 12,3 Mill. im Vorjahr. Die Veränderung der von Hübner gehaltenen Aktien beruhe auf Übertragungen an Verwandte zwischen dem 6. und dem 25. Februar 2002, hieß es. Am 21. Februar hatte Hübner indes erklärt, dass er seine maßgebliche Beteiligung am Grundkapital der Gesellschaft aufrecht erhalten werde.

Zum 6. Februar waren der ehemaligen dmc²-Manager Ernst Gumrich zum neuen D.Logistics-Vorstandsvorsitzen berufen worden und Hübner aus dem Vorstand ausgeschieden. Unter Gumrichs Führung hatte die Gesellschaft mitgeteilt, von einem Liquiditätsengpass bedroht zu sein und die Ergebnisprognose für 2001 deutlich verfehlt zu haben. Nach nur drei Wochen wurde Gumrich am 25. Februar abberufen und von Hübner wieder ersetzt. Warum Hübner gerade zu diesem Zeitpunkt seine Aktien übertragen habe, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Analysten sehen keinen Aufwärtstrend

"Ich sehe nichts von Aufwärtstrend, von dem gesprochen wird", sagte Analyst Wilhelm Müller von der Landesbank Rheinland-Pfalz sagte. Es fehlten konkrete Angaben zur strategischen Neuausrichtung. Die negative operative Performance aus dem Vorjahr scheine sich fortzusetzen. Die Abwicklung des Segments IT/E-Commerce und Consulting führe nicht alleine zu einer nachhaltigen Ertragsverbesserung. HypoVereinsbank Analyst Markus Hesse bewertete das Ebitda positiv. Es sei aber zu hoch gegriffen, daraus zu schließen, dass man auf dem Turnaround-Kurs sei. Analyst Raimon Kaufeld von der DZ-Bank sagte, die Vergleichzahlen seien nicht nachvollziehbar. Es gebe auch keinen konkreten Ausblick von D.Logistics auf das Gesamtjahr.

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