Situationsabhängige Anwendungen spielen eine bedeutende Rolle
mCommerce 2003 ist kein Science Fiction

Begeisterte Stimmen zum mCommerce sind derzeit eher selten zu hören. Schlagzeilen wie "WAP ist tot" und "mCommerce der nächste Hype?" durchziehen die Medien. Die Einstellung gegenüber der zuvor euphorisch begrüßten "mobilen Welt" - dem mCommerce aus Handies und Organizern - scheint umzuschlagen. Es stellt sich daher vor dem Hintergrund ernüchternder Erfahrungen aus der vergangenen Internet-Euphorie die Frage: "mCommerce - ein Zukunftsmarkt?"

Nach dem Hype der Start-up Kulturen und innovativer Ideen im eCommerce, die bisher kaum nachhaltige Erfolgs- und vor allem Ertragskonzepte realisierten, schrecken nun viele Unternehmen davor zurück, in die "mobile Welt" mit Nachdruck zu investieren. Wie die Zukunfts-Szenarien aus dem Frühstadium des Internet erinnern auch die hochgejubelten Szenarien des mCommerce häufig an Science Fiction. Dies schürt hohe Erwartungen bei Unternehmen und Endkunden, die mittelfristig beim Internet nicht eingehalten werden konnten und voraussichtlich auch beim mCommerce in absehbarer Zeit nicht umgesetzt werden können.

Eine noch nicht endgültig ausgereifte Technologie, die insbesondere nicht sehr benutzerfreundliche Tastatur der Handies und häufig langsame Zugriffszeiten auf das mobile Internet leisten ihren Beitrag zur gegenwärtig kritischen Haltung gegenüber dem neuen Medium und seiner potenziellen Erfolgsaussichten. Daher zeigt ein Blick in die Zukunft des Jahres 2003, dass eher pragmatische mCommerce-Lösungen den Markt dominieren werden. Die zugrundeliegende Technologie wird jedoch auf Grund ihres Entwicklungsfortschrittes einen Status erreicht haben, der schnellere und einfacher bedienbare Endgeräten verspricht, die überwiegend größere Displays aufweisen und damit den Ansprüchen einer gesteigerten Benutzerfreundlichkeit deutlich besser gerecht werden.

Kundenprofilbasierte mCommerce-Lösungen in Kombination mit ortsabhängigen Anwendungen werden unter anderem die Bequemlichkeit der Nutzung der mobilen Endgeräte erhöhen. Ein Außendienstmitarbeiter wird über Internet bequem und leicht zugänglich einmalig sein Profil für Mietwagen (Kundennummer, Fahrzeugklasse, fester Buchungsrhythmus) oder Bankinformationen (z.B. Benachrichtigung bei Zahlungseingängen bestimmter Höhe) angeben und automatisch bei Ankunft am Zielort, Buchung und Stellplatz seines Wagens über Handy erhalten. Zudem wäre er immer sicher, die wichtigsten Informationen seiner Kontobewegungen über Handy beobachten zu können.

Darüber hinaus werden situationsabhängige Anwendungen eine bedeutende Rolle spielen. Wichtige Unterlagen für ein Vertragsgespräch können beispielsweise per Handy, vergleichbar mit einer TV-Fernbedienung, direkt vom Unternehmensserver auf ein Fax nachgesendet werden. Oder die Standard-Einkäufe im Supermarkt (2 Tüten Milch, 1mal Butter und Marmelade) werden bequem jeden Freitag per Knopfdruck über das Handy erledigt, nachdem die wiederkehrende Einkaufsliste einmalig über das Internet angelegt wurde. Die Rechnung wird dem Kunden über Handy angezeigt, dann per Knopfdruck bezahlt und die Ware geliefert. Das samstägliche Schlangestehen gehört endlich der Vergangenheit an!

Viele dieser Anwendungen gibt es bereits heute. Die Voraussetzung für ihre erfolgreiche Umsetzung liegt in der stetigen Fortentwicklung von Technologie, Logistik und Bezahlsystemen. Nicht warten, sondern phasenweise einsteigen heißt die Devise für Unternehmen, denn der Markt formiert sich, trotz der geäußerten Kritik. Keiner der Anbieter findet allein in diesem komplexen Wettbewerb die erfolgsträchtigen Lösungen. Vielmehr spielen strategische Partnerschaften und Kooperationen zwischen Carrier, Hardwareanbietern und auch Banken eine entscheidende Rolle. Das schrittweise Herangehen an die "neue mobile Welt" in realistischen Dimensionen scheint dabei die langfristig erfolgversprechende Strategie.


Schreiben Sie der Autorin: Britta.Look@cnb-ag.de

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