Sitzblockaden auf den Schienen
Deutscher Atommülltransport in Valognes eingetroffen

Am Vormitag war der Zug von Demonstranten aufgehalten worden. Auch der Vizepräsident des Parlaments der Region Ile de France schloss sich den Protesten an.



rtr/PDAPARIS. Mit stundenlanger Verspätung ist der deutsche Atommülltransport mit abgebrannten Brennstäben aus drei deutschen Kernkraftwerken im Verladebahnhof Valognes in der Normandie eingetroffen. Am Nachmittag sollen die fünf Behälter auf dem Straßenweg in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gebracht werden, hieß es nach Angaben der Behörden von Mittwoch.

Auf dem Weg hatten Demonstranten den Zug am Mittwochmorgen kurzzeitig in Paris aufgehalten. Einige Dutzend Demonstranten hätten mit Sitzblockaden auf den Schienen den Zug für 45 Minuten von der Weiterfahrt im nordwestlichen Paris abgehalten, teilte die Polizei mit. Zuvor sei der Zug für eine Viertelstunde im östlichen Pariser Vorort Bondy von rund 40 Atomkraft-Gegnern aufgehalten worden. Es war der erste Transport mit deutschem Atommüll nach La Hague seit drei Jahren.

Der Vizepräsident des Parlaments der Region Ile de France, Alain Rist, schloss sich den Demonstranten an und bemängelte, dass auf regionaler Ebene niemand über die Fahrstrecke des Zuges informiert worden sei. Es habe von offizieller Seite keine Information für die zuständigen Gemeinden gegeben, sagte Rist. "Dies ist ein Transport hochgefährlicher Materialien. Es ist skandalös."

Die Transporte nach La Hague waren erst möglich geworden, nachdem Deutschland von dort vor zwei Wochen erstmals seit vier Jahren wieder deutschen Atommüll zurückgeholt und ins Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben gebracht hatte. Im Gegensatz zu den französischen Protesten war es tausenden Atomkraftgegnern in Deutschland gelungen, diesen Transport trotz eines der größten Polizeieinsätze der Nachkriegszeit um einen Tag zu verzögern.

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