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Sixt will angeblich Budget-Stationen in Europa kaufen

Deutschlands größter Autovermieter Sixt will Verhandlungskreisen zufolge das europäische Netz des hoch verschuldeten US-Konkurrenten Budget übernehmen und damit seine Expansionsstrategie in Europa vorantreiben.

rtr NEW YORK/PULLACH. Sixt sei bereit, 75 Mill. Dollar allein für das Netz von Budget in Europa zu zahlen, hieß es am Donnerstag in den Kreisen in New York. Dazu komme eine Mietwagenflotte von rund 10 000 Fahrzeugen, deren Wert auf 200 Mill. Dollar taxiert wird. Ein Abschluss des Geschäfts sei schon in den nächsten zwei Wochen möglich. Die Übernahme steht nach Angaben aus den Kreisen im Zusammenhang mit einem Verkauf des US-Geschäfts von Budget an Cendant, den Eigentümer des Konkurrenten Avis.

Die unter anderem durch die Expansion in Europa in die roten Zahlen geratene Budget, die Nummer drei in den USA, wolle Werte flüssig machen, um einen Verkauf ihres heimischen Geschäfts zu erleichtern, hieß es in den Kreisen. Ein Sixt-Sprecher wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Bei Cendant und Budget waren keine Stellungnahmen erhältlich.

Sixt hatte lange Jahre mit Budget zusammen gearbeitet, sich aber im Streit von den Amerikanern getrennt. Noch immer steht eine Forderung von Budget über 50 Mill. Dollar im Raum, die die Amerikaner für die Namensrechte verlangen. Sixt hatte dafür nicht bezifferte Rückstellungen gebildet. "Die Beziehungen sind aber nie tot gewesen", hieß es in Unternehmenskreisen.

Sixt-Vorstandschef und Großaktionär Erich Sixt hatte eine Übernahme eines amerikanischen Konkurrenten stets abgelehnt, in einem Zeitungsinterview in dieser Woche aber auf die Frage nach Zukäufen gesagt: "Wenn sich eine gute Gelegenheit bietet, greifen wir zu." Sixt sieht die Wachstumschancen auf dem Markt in Deutschland als begrenzt an, will aber in anderen Ländern in Europa nach eigenen Angaben wachsen. Budget, das im vergangenen Jahr operativ 570 Mill. Dollar Verlust ausgewiesen hatte, ist in Frankreich und Spanien stark vertreten. Sixt rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang um je zehn Prozent. In den ersten neun Monaten lag der Umsatz bei 3,35 Mrd. DM, das Ergebnis vor Steuern bei 50,7 Mill. DM.

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