Skandal um Rüstungsgeschäft von 1991
Taiwan fordert Bestechungsgelder von Frankreich zurück

ap TAIPEH. Die taiwanische Regierung will von Frankreich eine Kompensation für umfangreiche Bestechungsgeldzahlungen im Zusammenhang mit einem Rüstungsgeschäft. Präsidentenberater Hsieh Tsung-min sagte am Montag in Taipeh, seine Regierung sei vor allem an Namenslisten interessiert, wer in Streitkräften und Regierung 1991 bestochen worden sei. Der Preis für jede der sechs Fregatten habe sich damals auf 15,1 Mrd. taiwanische Dollar (eine Mrd. DM) verdoppelt. Die Kriegsschiffe seien in einem schlechten Zustand gewesen.

Überhöhte Beträge sollen in Reparatur gesteckt werden

Verteidigungsminister Wu Shih-wen sagte, man wolle die überhöhten Beträge von Paris erstattet bekommen, weil sie eigentlich in die Verbesserung der Schiffe gesteckt werden sollten. Der Skandal wurde 1993 nach der Ermordung eines Hauptmanns entdeckt. Es wird vermutet, dass Yin Ching-feng die Namen der Bestochenen öffentlich machen wollte. Hsieh sagte, der frühere französische Premierminister Roland Dumas habe ihm von den Listen mit den Namen der Bestochenen berichtet. Sie seien allerdings geheim. Taiwan wolle die Listen von Frankreich beantragen, sagte Hsieh weiter. Dumas muss sich im Januar selbst einem Korruptionsprozess stellen. Auch gegen seine Exgeliebte Christine Deviers-Joncour wird im Zusammenhang mit dem Fregattengeschäft ermittelt.

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