Skandinavische Börsen schlagen MSCI-Weltindex
Skandinavische Aktien sind besonders robust

Unbemerkt von vielen Anlegern haben die kleinen Börsen des hohen Nordens seit Jahresbeginn den MSCI-Weltindex geschlagen.

Reuters FRANKFURT. Trotz Hiobsbotschaften der Technologieriesen Nokia und Ericsson, deren Aktienkurse sich derzeit auf historischen Tiefstständen bewegen, konnten Investoren in Skandinavien gutes Geld verdienen. Der starke US-Dollar und die hohen Ölpreise stützten in den ersten Monaten insbesondere den norwegischen Aktienmarkt. "Die norwegische Börse hat sich seit Mitte Oktober des vergangen Jahres deutlich besser als der MSCI-Weltindex entwickelt", bemerkt die nach eigenen Angaben führende nordeuropäische Investmentbank Enskilda Securities in einer aktuellen Studie.

Die Wertentwicklung des norwegischen Aktienindex sei seit den Ereignissen im September des vergangenen Jahres um 28 Prozent besser als der Weltindex gelaufen, heißt es in der Studie. Damit seien seit Oktober 2001 norwegische Aktien die robustesten der westlichen Welt gewesen. Die Ängste der Anleger, wonach Investitionen in skandinavischen Ländern wegen Nokia und Ericsson mit einem hohen High-Tech-Risiko verbunden seien, hätten sich nicht bestätigt, bilanzieren die Bankexperten.

Auch die DWS-Gruppe hat ihren Skandinavienfonds mit dem Platzen der Spekulationsblase, dem Einsetzen der Technologiekrise und angesichts langsam aufkeimender Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung neu gewichtet. "Seit Beginn des Jahres haben wir in Unternehmen investiert, die günstig bewertet sind und von einer wirtschaftlichen Erholung profitieren könnten. Daran wird auch in Zukunft festgehalten", sagt Britta Unterberg, Fondsmanagerin des DWS-Skandinavienfonds. Für die skandinavischen Aktienmärkte insgesamt erwartet die Expertin eine Performance von fünf bis zehn Prozent zum Jahresende. Aktien von Tech- und Telekom-Unternehmen wie Nokia und Ericsson würden in dem Fonds jedoch wegen anhaltender struktureller Probleme weiter untergewichtet, ergänzt sie. Engagements in zyklischen Branchen seien dagegen frühzeitig ausgebaut worden. So seien Aktien des Papierunternehmens Stora Enso und auch Maschinenbauwerte wie SKF inzwischen stärker im Fonds vertreten.

Auch so genannte Mid-caps seien im aktuellen Marktumfeld interessant, betont die DWS-Expertin. "Im Zuge der Konsolidierung bei einigen Industrien sind bereits Unternehmen wie der finnische Bierbrauer Hartwall mit einiger Prämie übernommen worden", so Unterberg. Das bringe Phantasie bei Werten mit geringer Marktkapitalisierung, ergänzt sie.

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Deutlich übergewichtet im Portfolio seien Ölwerte. "Neben den guten Cash Flows mögen wir Ölwerte, weil sie eine natürliche Absicherung zum gesamten Aktienmarkt darstellen", so Unterberg. Allein die Aktien des Ölunternehmens Norsk Hydro machten beim DWS Skandinavienfonds rund 3,8 Prozent des Fondsvolumen von 47 Millionen Euro per Ende April 2002 aus.

Ungeachtet dieses so genannten natürlichen Hedging (Absicherung) durch Ölwerte erwartet die DWS-Gruppe mittelfristig eine Besserung des konjunkturellen Umfeldes. "Die veröffentlichten Konjunkturdaten deuten auf eine langsame Erholung der Weltwirtschaft", so Unterberg. Von Reuters befragten Analysten rechnen frühestens Ende dieses Jahres mit einem spürbaren Aufschwung der Konjunktur.

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