Skepsis bei den Analysten
Dem Euro droht ein neues Allzeittief

Analysten sehen den Euro in der kommenden Woche weiter unter Druck. Noch immer zeigten sich die Zukunftsperspektiven der Gemeinschaftswährung denkbar düster, meint Devisenexpertin Dorothea Huttanus von der DG Bank. Eine grundlegende Aufhellung dieser Aussichten sei durch die anstehenden Datenveröffentlichungen in den nächsten Tagen kaum zu erwarten.

vwd FRANKFURT/M. Am Freitag wurde der Euro, der Tags zuvor zwischenzeitlich auf ein Sechs-Monats-Tief gefallen war, erneut durch besser als erwartete US-Arbeitsmarktdaten belastet. Es gebe kaum noch Argumente, die einen Test des Allzeittiefs bei 0,8230 $ verhindern könnten, fügt Huttanus hinzu. Ihre erwartete Handelsspanne für die nächsten Tage lautet demnach auf 0,8230 bis 0,8630 $.

Ihr Kollege Eugen Keller vom Bankhaus Metzler sieht den Euro ebenfalls kurz davor, auf neue Allzeittiefs abzurutschen. Auch Analystin Alexandra Bechtel von der Commerzbank erwartet, dass der Euro in der kommenden Woche zunehmend von dem schwachen Wirtschaftsumfeld und einer ungünstigen Preisentwicklung belastet wird. Sie schätzt die Range für den Euro-Dollar-Handel auf 0,8370 bis 0,8630 $.



Devisenexperte Carsten Demski von der Bankgesellschaft Berlin meint, solange internationale Kapitalanleger die Ertragsperspektiven für den US-Aktienmarkt günstiger als für den Euro-Währungsraum einschätzten, bleibe der Euro unter Abwärtsdruck. Seiner Einschätzung nach wird für die Eurozone nach den bislang veröffentlichten Daten in diesem Jahr lediglich ein Wachstum von etwas über zwei Prozent erreichbar sein.



Den Yen sehen Analysten in den nächsten Tagen ebenfalls mit Abschlägen. Die jüngste Yen-Stärke sei kaum mit veränderten Fundamentaldaten zu erklären, meint Huttanus. Vielmehr gäben die schwache japanische Industrieproduktion, hohe Arbeitslosigkeit und Inflation erneuten Anlass zur Sorge um den Yen. Dass die japanische Währung dies ignorieren und sich dennoch befestigen konnte, erklärt Huttanus mit einer Überreaktion. Die Yen-Verluste seit Jahresbeginn seien zwar fundamental gerechtfertigt gewesen. Da sie aber innerhalb kurzer Zeit erfolgt seien, hätten sie förmlich nach einer Korrektur geschrieen.



Diese Bewegung sei dadurch verstärkt worden, dass Marktteilnehmer, die zu Jahresbeginn auf steigende EUR-JPY-Notierungen gesetzt hätten, ihre Positionen auf Grund der wachsenden Euro-Skepsis wieder aufgelöst hätten, erläutert Huttanus weiter.

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