Skepsis bei Staatshilfe
Geld für neue Swissair noch nicht zusammen

Das Geld für den Aufbau einer neuen Schweizer Fluglinie mit dem Traditionsnamen Swissair war auch am Wochenende noch nicht zusammen. Insgesamt werden über vier Milliarden Schweizer Franken (5,2 Mrd. DM/2,7 Mrd. €) gebraucht, die vor allem von der Privatwirtschaft, der Bundesregierung sowie den so genannten Flughafenkantonen, wie Zürich, Basel oder Genf, aufgebracht werden sollen.

dpa ZÜRICH. Während die Bevölkerung mit Mehrheit hinter der Absicht steht, die Swissair mit Steuergeldern wieder zu beleben, mehrten sich am Wochenende die kritischen Stimmen. Die Regierung, der Bundesrat, wird an diesem Montag definitiv über seine Beteiligung entscheiden.

Bei den Gesprächen zwischen Politik und Wirtschaft sollen Berichten der Schweizer Medien vom Sonntag zufolge etwa knapp 2,5 Milliarden Franken zusammen gekommen sein. Es gebe Absichtserklärungen großer Unternehmen wie des Pharma- und Chemieunternehmen Novartis und Roche, des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé oder der Versicherungen Swiss Re und Swiss Life sowie von Swatch-Chef Nicolas Hayek. Auch Banken, Kantone und kleinere Unternehmen wollten helfen, schreibt etwa der "Sonntags-Blick".

Ziel ist es, über die bisherige Regionaltochter Crossair ein neues internationales Flugunternehmen aufzubauen, mit 82 Crossair-Maschinen und 52 Flugzeugen der alten Swissair. Als wichtig gilt auch, den Flughafen Zürich in seiner Bedeutung nicht allzu stark herab zu stufen.

Eine Umfrage im Auftrag der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens sowie der "Sonntags-Zeitung" bei 1 000 Personen ergab, dass sich 61,1 % der Befragten für eine Kapitalbeteiligung des Bundes aussprechen. 38,6 % finden es gut, dass sich der Bund finanziell für eine neue Airline engagiert, 22,5 % begrüßen das Bundesengagement unter der Voraussetzung, dass auch die Wirtschaft mitzieht. 33,4 % lehnen weitere Steuergelder ab.

Führende Schweizer Volkswirtschaftler und auch die wirtschaftsfreundliche "Neue Zürcher Zeitung" sprachen sich gegen ein zu starkes Engagement auf Kosten der Steuerzahler aus. "Es wäre interessant, das Schweizervolk nach all der Aufregung einmal zu befragen, ob es wirklich für das Herumführen des Schweizerkreuzes auf Flugzeugen jedes Jahr mehr Steuern bezahlen will", fragte etwa der renommierte Wissenschaftler Bruno Frey von der Universität Zürich in der "Sonntags-Zeitung". Andere meinen, die Subventionierungen schadeten dem Wirtschaftsstandort Schweiz.

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